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Mast mit Gnadenfrist

29.07.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(jg) Heute starten gleich zwei Leserfahrten unserer Zeitung. Die eine nach Bregenz. Zu den Festspielen. Mit Puccinis „Turandot“. Die andere nach Mühlacker. Zur Landesgartenschau. Zeitgenossen, die der Pubertät schon eine Weile entsprungen sind, dürften sich vermutlich noch an eine Durchsage erinnern, die zuweilen (nicht zuletzt beim Abendessen im trauten Familienkreise) aus den textilverhüllten Lautsprechern der guten alten Röhren-Radios drang: „Der Sender Mühlacker schaltet um soundsoviel Uhr aus technischen Gründen für eine Stunde ab.“

Aus der Mittelwellen-Frequenz 524 Kilohertz war da also nix mehr zu hören. Ironie der Geschichte: Der Sender Mühlacker in der Nähe der einstigen baden-württembergischen Grenze war nicht zuletzt dadurch bekannt, dass man ihn nicht hörte. Sonst wäre er wohl kaum einem Rundfunkgerätenutzer aufgefallen.

Dabei schrieb er Radio-Geschichte: Als er am 21. November 1930 in Betrieb genommen wurde (gebaut hatte ihn für 450 000 Reichsmark die Firma Telefunken) war er (mit einer Leistung von 60 Kilowatt) der erste deutsche Großsender. Nicht zuletzt für die Nazis war er wichtig: Über ihn konnten sie ihre Propaganda in weitem Umkreis verbreiten.


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