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Krötenexplosion

19.04.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(pw) Eine der zehn biblischen Plagen, die Ägypten heimsuchte, war die der Frösche. Im Alten Testament steht geschrieben: „Und Aaron streckte seine Hand aus über die Wasser in Ägypten, und es kamen Frösche herauf, sodass Ägyptenland bedeckt wurde.“ Es gab allerdings wesentlich grausamere Plagen, da Gott die Ägypter für die Versklavung der Israeliten bestrafte. Am Ende verliert im Alten Testament jeder Ägypter seinen Erstgeborenen. Viele Forscher haben im 20. Jahrhundert versucht, die historische Richtigkeit der zehn Plagen zu beweisen, dazu suchten sie nach natürlichen Erklärungen, die oft eine Verkettung von vielen kleinen Zufällen voraussetzten. So könnten einige Erstgeborene gestorben sein, da diese im alten Ägypten immer zuerst und am meisten Essen bekamen. Da die neunte Plage, drei Tage Finsternis, zuvor verhindert hatte, dass das Getreide trocknet, könnten sich dadurch bildende Schimmelpilze die Erstgeborenen vergiftet haben. Die Israeliten wurden verschont, da sie zurzeit des Passahfests nur ungesäuertes Brot aßen.

Es klingt nach komplizierten Versuchen, uralte Legenden zu beweisen. Einigen Forschern bot sich in Deutschland 2005 allerdings ein beinahe biblischer Anblick in einigen Tümpeln in der Nähe von Hamburg-Altona – es war die Krötenexplosion von Hamburg. Hier waren nämlich ungefähr tausend Erdkröten scheinbar ohne Fremdeinwirkung explodiert. Nachdem Forscher lange gerätselt hatten, fanden sie die Erklärung: Krähen hatten die von der Paarungszeit abgelenkten Kröten gezielt aufgepickt und ihre Leber herausgezogen. Da die Frösche gegen solche Feinde ihre Lunge aufblasen, um größer zu wirken, platzten sie irgendwann. Eigentlich dient nämlich ihre Leber auch als Widerstand für die Lunge, ohne diese blähten sie sich bis auf das Dreifache auf, um dann zu explodieren. Da scheinen biblische Plagen gar nicht so unrealistisch zu sein.

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