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Kreistagsausschüsse tagten im Köngener Schloss – Pflegeeinrichtung besichtigt

11.07.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Sozialausschuss und der Jugendhilfeausschuss des Kreistags kamen gestern nicht im Landratsamt, sondern im Köngener Schloss zu ihren öffentlichen Sitzungen zusammen. Sie folgten einer Einladung des scheidenden Bürgermeisters Hans Weil, seines Zeichens auch Kreisrat. Es war schon länger ausgemacht gewesen, den Ausschussmitgliedern einmal das Seniorenzentrum im Schlossgarten zu zeigen, das vor allem mit seiner Abteilung für demente Menschen neue Wege beschritten hat. Terminlich habe es aber zunächst nicht gepasst. „Ich freue mich umso mehr, dass ich am vorletzten Tag im Bürgermeisteramt Sie noch zu einem Rundgang begrüßen darf“, so Weil. Direkt an das Seniorenpflegeheim ist eine Kinderkrippe gebaut, deren drei Gruppen voll belegt sind. „Da gibt es auch mal ein gemeinsames Frühstück oder gemeinsames Backen“, hebt Weil den generationenübergreifenden Aspekt hervor. Zur Demenzabteilung gab der verantwortliche Architekt Gustav Rennertz vom Büro 4+5 Erläuterungen. Das Büro setzt sich mit Architektur ebenso wie mit Innenarchitektur, Design, Baukunst und Gartengestaltung auseinander. Man sei nach einer neuen Theorie vorgegangen, laut der die Raumformen, das Licht und die Farben entscheidenden Einfluss auf das Wohlbefinden von Demenzpatienten haben können. Statt langer, weiß gestrichener Flure mit gleichförmig abzweigenden Türen soll die Architektur wechselnde Bilder in Form und Farbe schaffen, die Demenzpatienten eher abspeichern können, was zur Orientierung und so zur Beruhigung beitrage. In anderen Häusern habe man das nach einem Jahr überprüft, die Ergebnisse seien verblüffend: es sei weniger Vollzeitpflege notwendig, mehr soziale Aktion festzustellen und ein Rückgang von nächtlicher Unruhe zu verzeichnen. Anschließend warfen die Ausschussmitglieder einen Blick in das Pflegeheim und auch in den Sinnesgarten (Bild), der für Demenzpatienten angelegt wurde. ug/Foto: Holzwarth

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