Nürtingen

Kommentar

09.12.2008, Von Von — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kommentar

Jürgen

GERRMANN

Zugegeben: Es geht vielleicht um 100 Menschen im Nürtinger Raum. Mit denen sind keine Wahlen zu gewinnen. Aber die Menschlichkeit einer Gesellschaft (und einer Politik) zeigt sich gerade daran, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht. Mit denen, die schon auf des Teufels Schippe saßen. Mit denen, nach denen kein Hahn dieser sogenannten Leistungsgesellschaft kräht. Mit denen, die gemeinhin als „Loser“ abgetan werden.

Dass die Versorgung im Kreis Esslingen „bedarfsgerecht“ etabliert ist, wie Kreis-Pressesprecher Peter Keck behauptet, ist pure Schönfärberei. Und betroffenen Patienten wie Ärzten mag es gar wie der blanke Hohn vorkommen. Dr. Andreas Zsolnai, der Leiter der Stuttgarter Schwerpunktpraxis, spricht von einer „Katastrophe“. Selbst in der Kreisstadt Esslingen gebe es gerade mal zwei kompetente Kollegen: „Das ist viel zu wenig, das ist einfach kein Zustand!“

Für Otto Normalbürger ist es schlichtweg absurd, dass die Nürtinger Psychiatrie zwar für die Entgiftung Drogenabhängiger zuständig ist, aber keine Ersatzdrogen an Menschen, die dank Methadon wenigstens ein einigermaßen normales Leben führen können, ausgeben kann, darf oder will. Nicht einmal das ist im Moment klar. Das verstehe, wer will.


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