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Kommentar

01.02.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Malachitgrün

Die einen finden den Farbton schreiend, grell und total daneben, die anderen sehr frisch und lebendig. Die neue Farbgestaltung am Nürtinger Marktbrunnen hat in den zurückliegenden Monaten für Gesprächsstoff in der Stadt gesorgt. Warum wurde der Brunnentrog nicht wieder grau gestrichen? Alles eine Frage des Geschmacks und damit der Mode unterworfen?

Nicht für die Denkmalpfleger. Die Experten sind der Sache auf den Grund gegangen. Ganz zuunterst sind die Restauratoren auf exakt diesen Grünton gestoßen. Es handelt sich um Malachitgrün, einen wasserlöslichen Triphenylmethanfarbstoff, der auch zur Herstellung von grünen Lackfarben verwendet wurde. In der Spätbarockzeit hat man Malachitgrün vermengt mit einem Bindemittel zur Farbgestaltung des Marktbrunnens verwendet. Die heutige Farbe ist zwar synthetisch hergestellt, trifft den Ton nach Auffassung der Denkmalexperten aber ziemlich genau.

Für Gertrud Clostermann, Referatsleiterin im Regierungspräsidium, und ihre Mitarbeiter war von Anfang an klar, dass das Kunstwerk so restauriert wird, wie es in der Spätbarockzeit ausgesehen hat. Und darauf haben sich die Denkmalpfleger mit dem Auftraggeber, der Stadt Nürtingen, geeinigt. Bis zum Gemeinderat scheinen diese Absprachen aber nicht durchgedrungen zu sein. Ein Kommunikationsknoten innerhalb der Stadtverwaltung oder zwischen Stadt und Denkmalpflege? Vielleicht hätte ein kleines Farbmuster schon ausgereicht, um die Kommunalpolitiker im Vorfeld aufzuklären.


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