Anzeige

Nürtingen

Internet-Hochburg

25.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Einzelhandel stöhnt: Wieder ein Tag vergangen und wieder hat kein einziger Kunde den Laden betreten. Wer in Nürtingen Waren an die Frau oder den Mann bringen möchte, hat es derzeit wahrlich nicht leicht. „Du kommsch jo gar nemme nei end Stadt“, lautet die Erklärung, die der eine oder andere Händler für die Flaute auf Lager hat. Und das quillt ja eigentlich vor lauter nicht verkauften Gütern über. Noch schlimmer aber ist, dass wer doch irgendwie alle Baustellen umfahren hat, sich nicht sicher sein kann, ob bei der Frequenz an Baustellenneueröffnungen, mit der sich Nürtingen gerade anschickt, den ersehnten Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde endlich feiern zu können, nach erledigtem Einkauf auch noch ein Schlupfloch aus dem Belagerungsring heraus zu finden ist. Es ist wohl schon so, dass der Konsument nur noch dort zu Potte kommt, wo er nicht mehr als drei Meter von der Auto- zur Ladentür fußläufig zurücklegen muss. Schon blickt sich manch einer der leidgeprüften Handelsmänner nach neuen Geschäftsmodellen um. Schließlich muss der ganze Lombagruscht ja irgendwie aus dem Haus und der Rubel rollen. Läge es da nicht nahe, wenn die Stadtverwaltung ein wenig von ihrer viel gepriesenen Bürgernähe in die Hand nehmen würde und Nürtingen zu einem E-bay-Portal machte? Ganz Nürtingen eine einzige Versteigerer-Hochburg! Da liegt doch Musik drin. Die Ätherwellen glühten rund um die Uhr. Die Luft käme ins Vibrieren und eine Art güldener Glanz legte sich prickelnd über die Dächer der Hölderlin-Stadt. Rund um die Uhr ein einziges Verscheuern und Verhökern, ein Ringen um Schnäppchen und zuletzt ein grandioser Ausverkauf, und mit den Baustellenplanern fangen wir an – am besten gleich. heb

Anzeige

Nürtingen

Weitere Nachrichten aus Nürtingen Alle Nachrichten aus Nürtingen