Schwerpunkte

Nürtingen

Herrgottsstehler

28.09.2006 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Herrgottsstehler

Meinen Jesum lass ich nicht, soll einst ein bis dahin unbescholtener Gablenberger Bürger seinem Sohn geantwortet haben, der ihm vom Neckarufer aus den Rat zugeschrien hatte: Vadder, lass de Heiland fahra ond heb de an der Weide. Hintergrund für das unbedingte Festhalten des in den Fluten treibenden Gablenbergers an seinem Idol war, dass jenes aus Silber war und an einem ebensolchen Kruzifix hing, das er soeben aus dem Kirchenschatz seines Heimatortes entwendet hatte. Die Gablenberger nämlich hatten ihre alte Kirche wegen Baufälligkeit abbrechen und ein neues Gotteshaus an deren Stelle setzen müssen. Während der Bauarbeiten waren die Kirchenschätze, unter anderem besagtes Kruzifix, in einem behelfsmäßigen Andachtsraum untergebracht. Der bisher nicht auffällig gewordene Familienvater hatte kräftig am Neubau der Kirche mit Hand angelegt, bevor irgendetwas mit ihm durchgegangen war. Im Chaos des Umzuges hatte er das Kruzifix ergriffen und damit Fersengeld gegeben. Sofort nahmen die anderen Helfer die Verfolgung auf und sahen den Dieb von ferne mit seiner Beute in den Neckarfluten verschwinden. Wie die Geschichte letztlich ausging, ist ebenso wenig bekannt wie ihr Wahrheitsgehalt. Fest steht nur, dass die Gaisburger und Berger daran ein gefundenes Fressen hatten und ihre Nachbarn seither zu deren Verdruss mit dem Spitznamen Herrgottsstehler titulieren. heb


Sie möchten den gesamten Artikel lesen?


Tagespass

  • 24 Std. alle Artikel und das E-Paper lesen
  • Mit PayPal bezahlen

1,20 €

einmalig

10-Tage-Angebot

  • 10 Tage alle Artikel und das E-Paper lesen
  • Endet automatisch
  • Mit PayPal bezahlen

5,00 €

einmalig

Digitalabo

Jetzt neu - mit PayPal bezahlen!

  • Alle Artikel und das E-Paper im Abo lesen
  • jederzeit kündbar

22,50 €

pro Monat


Ich bin bereits Abonnent


Sie sehen 58% des Artikels.

Es fehlen 42%



Nürtingen