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„Geplanter Verschleiß steigert Gewinne“

10.10.2015 00:00, Von Barbara Gosson — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wirtschaftswachstum ist Selbstzweck mit immer mehr überflüssigen Produkten und unnötiger Arbeit, lautet die These von Christian Kreiß

Professor Christian Kreiß schwimmt in seiner Zunft gegen den Strom. Der Volkswirt tritt für weniger statt mehr Wachstum ein. Es werden zu viele unnötige Produkte produziert, dadurch Rohstoffe und Arbeitszeit verschwendet. Am Mittwoch, 14. Oktober, 19.30 Uhr, spricht er in der Stadthalle K3N auf Einladung des Forums zukunftsfähiges Nürtingen über seine Thesen.

Herr Kreiß, können Sie unseren Lesern Ihre Theorie kurz erklären?

Unser Wirtschaftssystem zwingt uns zu immer weiterem Wachstum, es führt zu immer stärkerer Ungleichverteilung und zu immer wiederkehrenden Überinvestitionskrisen. Weil die Unternehmen häufig nicht mehr wissen, wie sie noch wachsen sollen, wird häufig das Instrument geplanter Verschleiß (Obsoleszenz) eingesetzt, um Umsatz und Gewinn anzukurbeln. Qualitativ minderwertige Güter mit künstlich verkürzter Haltbarkeit herzustellen bedeutet aber einen große Verschwendung von menschlicher Arbeitskraft, Intelligenz und Fleiß – außer der Ressourcenverschwendung und den unnötigen Müllbergen.

Welche Folgen hat das?


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