Nürtingen

Generation generiert

18.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) „Wroamm“ klang es immer wieder. Bomben auf Vietnam explodierten und Granaten jaulten vor jedem Einschlag gewaltig auf, nachdem sie von Jimi Hendrix auf ihren musikalischen Weg geschickt worden waren. „Volltreffer“ hieß es hinterher in den Medien, soweit sie vor vierzig Jahren erstens verfügbar, zweitens jedoch bereit waren, über „Woodstock“ zu berichten. Doch auch so entwickelte sich das ursprünglich für etwa 60 000 Menschen geplante Vier-Tage-Festival auf dem Gelände des Farmers Max Yasgur zum Mythos der Hippie-Bewegung. Denn gekommen waren 500 000 oder vielmehr diejenigen davon, die nicht in den verstopften Anfahrtswegen hängen blieben, sodass sich die Veranstaltung zwangsläufig zur logistischen Meisterleistung auswuchs. Einem finanziellen Debakel entgingen die Veranstalter um Michael Lang trotzdem nicht. Erst die spätere Vermarktung mittels des bekannten Films und zweier Dreifachalben sowie anderer Devotionalien wurde finanziell ein Erfolg. 200 000 Dollar Gagen flossen den 32 Bands und Einzelkünstlern zu, zu denen immerhin so bekannte Acts wie The Who, Joan Baez und Ten Years After gehörten. Weitere 150 000 Dollar kostete der benötigte Strom und die fast zusammengebrochene Versorgung der 500 000 Menschen konnte nur durch den ebenfalls sehr teuren Einsatz von Helikoptern aufrechterhalten werden. Auf der anderen Seite war, nachdem die Umzäunung des Geländes in kurzer Zeit niedergetrampelt war, an den Verkauf von Eintrittskarten nicht mehr zu denken. Was blieb, war die Botschaft: „Es geht, wenn man nur bereit dazu ist, friedlich ein Fest zu feiern“. Auch wenn man vier Tage auf engem Raum zusammengepfercht ist. 70 Prozent der Woodstock-Generation sollen es laut einer Umfrage 1989 bereut haben, nicht dabei gewesen zu sein.

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