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Gebissen

01.06.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gebissen

Wo sich Vornamen aus Traditionsgründen wiederholen, hat die Umwelt Hilfsmittel ersonnen, um eine Unterscheidung herzustellen. Entweder man setzt hinter den Vornamen eine Ordnungszahl und versieht ihn mit einem Beinamen. Vor allem um gleichnamige Päpste, Könige oder Grafen besser auseinanderhalten zu können, nannte man den einen groß, den anderen klein, den einen kahl, den anderen kühn. Allein, die Herren konnten sichs im Allgemeinen nicht heraussuchen und mussten sich damit abfinden, wie sie von ihrer Umwelt wahrgenommen wurden. So auch der Enkel des Stauferkaisers Friedrich II., der ebenfalls Friedrich hieß und am anderen Ende seiner Ahnentafel das Haus Wettin stehen hatte. Schon der Beiname seines Vaters erheischt die Aufmerksamkeit der Nachgeborenen, nannte man ihn doch Albrecht den Entarteten. Unser Friedrich hingegen dürfte einen seiner Beinamen, der Freidige, gerne gehört haben, hieß dies doch so viel wie der Tapfere. Er war aber auch als der Gebissene bekannt, was daher gerührt haben soll, dass ihn seine Mutter Margarete einmal aus lauter Abschiedsschmerz in die Wange gebissen haben soll. Besser als vom Affen gebissen. Wäre es nach den italienischen Ghibellinen (so nannten sich die Anhänger der Staufer in Italien) gegangen, wäre Friedrich der Gebissene als Friedrich der Dritte in die Geschichte des Kaisertums eingegangen, doch es sollte für den Freidigen nur zum Pfalzgrafen von Sachsen reichen, damit konnten seine Nachfahren, die Wettiner, auf dem Sachsenthron ja auch ganz gut leben. heb


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