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Ganz schnell draußen

05.11.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) Erinnert sich jemand an Ines Geipel? Na ja, geht auch schlecht, denn als sie berühmt wurde, hieß die Literatin noch Schmidt und erntete sportliche Lorbeeren. So lief sie 1984 mit ihren Sprintkolleginnen Marlies Göhr, Bärbel Wöckel und Ingrid Auerswald in Erfurt einen bis heute nicht gebrochenen Weltrekord über viermal 100 Meter. 42,2 Sekunden brauchte das Quartett des SC Motor Jena damals, um diese Strecke zu überwinden – gedopt? Ines Geipel, damals verheiratete Schmidt, meint: Ja – und ließ ihren Namen aus der Rekordliste austragen.

Ihr Argument: Der Rekord sei ein Resultat von Körperverletzung durch Zwangsvergabe von Dopingmitteln. Geipel ging 1989 in den Westen, studierte in Darmstadt Soziologie und Philosophie und bekleidet heute eine Professur an der Hochschule „Ernst Busch“ für Schauspielkunst in Berlin. Nebenher ist sie als freie Schriftstellerin und Publizistin tätig und gilt außerdem als ausgewiesene Expertin in Sachen Doping. In dieser Eigenschaft war jüngst in einer der großen Tageszeitungen zu lesen, dass sie den Leistungssport für verloren hält: „Im Sport gilt kein Wort mehr, der ist absolut hin“, lässt sie ihrem Pessimismus freien Lauf und sie glaubt auch die Schuldigen zu kennen: „Der aktuelle Testraum, also die Möglichkeiten und Absichten, Betrugsversuchen auf die Spur zu kommen, ist ein vollständiges Placebo und der Sport in der Hand der Pharmaunternehmen.“ Geipel belegt dies mit der Antwort eines für den Sport zuständigen Staatssekretärs auf ihren Vorschlag, ein solch krankes System doch endlich abzuschaffen: „Sie wollen also das Chaos ausrufen?“ habe der zurückgefragt.


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