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Frischgebackener Schwarzkünstler musste baden gehen

18.07.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Frischgebackener Schwarzkünstler musste baden gehen

„Wir haben uns versammelt, um nach altem Brauch und Herkomm’ einem jungen Spunden nach Erhalt von Brief und Siegel bestandener Examination den Staub und Moder vergangener Lehrjahre abzuwaschen“, verkündete gestern Druckermeister Andreas Hölle in feierlichem Ton. Im Gutenbergkostüm verlas er den Gautschspruch. Sein Lehrling Daniel Basta war froh, dass er trockenen Fußes zur Arbeit gekommen war. Doch der frischgebackene Druckergeselle der Firma Senner-Druck hatte sich zu früh gefreut: Nach bestandener Abschlussprüfung erwartete Basta das traditionelle Gautschen, mit dem das Ende der Lehrzeit gefeiert wird. Dabei ließen sich die Jünger Gutenbergs auch vom strömenden Regen nicht abhalten. „Packt an, Gesellen! Lasst seinen Corpus posterium fallen in dieses Nass, bis triefen beide Ballen“, ordnete Hölle an. Und die vier Packer, die Basta zuvor von seinem Arbeitsplatz zum Parkplatz vor der Laderampe der Druckerei getragen hatten, ließen ihn in einen großen Wasserbottich fallen. Mit diesem Ritual, das seit Jahrhunderten im Druckgewerbe praktiziert wird, wurde Daniel Basta in die Reihen der Schwarzen Zunft aufgenommen. Zum Abschluss seiner Ausbildung erhält der Druckergeselle seinen Gautschbrief. „Der durst’gen Seel’ ein Sturzbad gebet obendrauf, das ist den Jüngern Gutenbergs die allerbeste Tauf’“, schloss Hölle die Zeremonie und ging zur „hohen Kunst der inneren Reinigung“ über. Auf den durchnässten Schwarzkünstler warteten ein kühles Bier und die Glückwünsche seiner Kollegen. psa


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