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Nürtingen

Frankenfrüchtchen

22.07.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) Man sagt den Franken ja einen gewissen Hang nach, ihre Interessen energisch zu vertreten. Böse Zungen sprechen von Streitsucht, und wenn man mal in die Geschichte zurückblickt, dann bleibt der Eindruck nicht aus, dass da was dran sein könnte. Vor 1400 Jahren konnte sich ein gewisser Theudebert – die Geschichte nennt ihn den Zweiten – nicht verkneifen, mal kurz mit einer Bande seiner Spießgesellen im Elsass einzufallen und kaputt zu machen, was ihnen in den Weg kam. Da wurden Bauern und Bürger massakriert, Erntefelder zerstört, Häuser angezündet, die ganze Palette eben, was ein adeliges Bürschchen halt so tut, wenn es mal wieder vom Übermut gekitzelt wird. Auch diesmal wollte das Frankenfrüchtchen nur seinem verhassten Brüderchen Theuderich eins auswischen, und wer fragt schon, wie das diejenigen finden, die wirklich darunter leiden – falls sie es denn überlebt haben sollten.

Aber das blieb nicht die einzige „Handlung“, mit der Theudebert beim alten Knigge sicher durchgefallen wäre. Ein Jahr später brachte er, weil er mal wieder scharf auf eine andere war, sein Ehegespons Bilichildis eigenhändig um die Ecke. Zum Familientreffen schleppte er anno 610 seine ganzen Kumpels – 1000 an der Zahl – mit nach Seltz, um seinen Bruder zu erpressen. Die Zeche hat vermutlich wieder der kleine Mann bezahlt. Allzu lange ließen sich die anderen fränkischen Granden der mittleren Merowingerzeit das Benehmen des Wüterichs aber nicht gefallen. 613 traf man sich bei Zülpich, wo schon Ururgroßvater Chlodwig die Alemannen aus dem Rennen um die Nachfolge des römischen Imperiums geworfen hatte, zur Entscheidungsschlacht. Theudebert zog den Kürzeren und wurde nach altfränkischer Art in die ewigen Jagdgründe geschickt.


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