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Fluch und Segen

28.02.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(bwk) In Deutschland weitgehend unbekannt: Nicht erst zwischen 1904 und 1908 betrieb die kaiserliche Kolonialmacht in Südwestafrika einen Vernichtungskrieg gegen die Herero. Schon 1896 schlug man einen Aufstand blutig nieder und erschoss den Stammesführer Kahimemua standrechtlich mit zwölf Kugeln. Zuvor verfluchte jener den deutschen Oberkommandierenden, Major Leutwein: „So wie du mein Reich zerstört hast, wird auch dein Reich bald zerstört werden.“

Wenige Jahre später verlor Deutschland im Ersten Weltkrieg alle Kolonien, ging im Zweiten Weltkrieg unter. Die Geschichte handelt offenbar von der Kraft des Wortes, denn nur das Wort war dem militärisch geschlagenen Afrikaner geblieben. Das aber ist nun alles andere als Voodoo-Zauber oder sonstiger finsterer Aberglaube. „Im Anfang war das Wort“, beginnt die Bibel. Aber nicht nur für Zeitgenossen, die von Berufs wegen das mehr oder minder große Wort führen – als da sind etwa Journalisten, Schriftsteller, Geistliche, Politiker –, ist sorgsamer Umgang mit der Sprache ein wesentlicher Grundsatz.


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