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Filipinos Leibspeise

25.08.2006 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Filipinos Leibspeise

Was kann man mit Eiern nicht alles machen. Sind sie frisch, kann man sie als Frühstücksei löffeln oder als Spiegelei in die Pfanne hauen. Stehen sie schon ein paar Tage im Kühlschrank, kann sich der Nachwuchs immer noch auf leckere Pfannkuchen oder süße Waffeln freuen. Selbst faule Eier erfüllen auf jeder Demo ihren Zweck. Aber angebrütete Eier? Die heißen Balut und sind bei Filipinos heiß begehrt. Dazu werden Enteneier bei 42 Grad angebrütet und kommen zwischen dem 14. und 17. Tag (Enten schlüpfen nach etwa 28 Tagen) in den Handel. Die Föten haben zu diesem Zeitpunkt noch keinen harten Schnabel und keine Federchen. Wohl aber befindet sich ein im Eiweiß schwimmender, teilweise schon entwickelter Körper in der Schale. Man könnte schon zarte Knöchelchen und Äuglein erkennen, sähe man durch den Kalk hindurch. Die Straßenverkäufer halten die Balut-Eier in ihren Körben mit Tüchern auf der Bruttemperatur, denn Eier mit toten Embryos mögen selbst die hartgesottenen Filipinos nicht. Man bekommt sie für ein paar Pesos in Tüten aus Zeitungspapier mit einer Prise grobkörnigem Salz gereicht. Dann schlägt man in das stumpfe Ende eine kleine Öffnung, streut ein wenig Salz hinein und schlürft den noch flüssigen Bestandteil der Füllung. Jetzt kann man die Öffnung erweitern und das bräunlich-schwarze, eidechsenähnlich gewundene Stückchen Fleisch auf der Zunge zergehen lassen. Experten raten Europäern, in diesem Fall von der Maxime Das Auge isst mit keinen Gebrauch zu machen. Eine aphrodisische Wirkung wird den Baluts zwar nachgesagt, ist aber nicht bewiesen. Andere Länder, andere Sitten. heb


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