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Nürtingen

Explosives Badekleid

07.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(bg) Am 5. Juli des Jahres 1946 wurde angeblich der Bikini erfunden. Der Franzose Louis Réard präsentierte das gute Stück in einem Pariser Bad den Medien. Vorführen musste es die Nackttänzerin Micheline Bernardini, da sich anständige Mannequins mit so wenig Stoff nicht in die Öffentlichkeit trauten. Den Namen hatte sich Réard von einem Atoll im Pazifik entliehen, das traurige Berühmtheit durch einen oberirdischen Atomwaffenversuch am 30. Juni 1946 erlangte. Réard wollte damit vermitteln, dass es sich bei seiner Kreation um ein Kleidungsstück von ganz besonderer Sprengkraft handelt.

Dabei war Réardes Erfindung keinesfalls etwas Neues, wie antike Mosaike und Wandmalereien belegen. Auf den römischen Darstellungen tragen Sport treibende Frauen Zweiteiler mit trägerlosem Oberteil.

Im Jahr 1900 entwarf der Freiburger Valentin Lehr ebenfalls einen zweiteiligen Badeanzug, der witzigerweise von den verschämteren unter den Anhängerinnen der Freikörperkultur getragen wurde. In den 30er-Jahren trugen deutsche Frauen gerne einen Zweiteiler amerikanischer Art, bis der sogenannte „Zwickelerlass“ 1932 genau regelte, was ordentliche weibliche Badebekleidung zu bedecken hatte. Bei Zuwiderhandlung drohte Verhaftung.


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