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Es mangelte an Respekt

14.04.2018, Von Philip Sandrock — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Prozess um den Doppelmord von Reudern kamen Kolleginnen der Getöteten zu Wort

Am dritten Verhandlungstag im Mordprozess wurden gestern zwei ehemalige Arbeitskolleginnen der Getöteten als Zeuginnen vernommen. Außerdem schilderten Polizisten die Festnahme und den Tatort.

STUTTGART. Sie habe die Getötete seit 20 Jahren gekannt, sagte deren ehemalige Chefin vor der 9. Schwurgerichtskammer des Stuttgarter Landgerichts. Sie hätten sich bei einem früheren gemeinsamen Arbeitgeber kennengelernt. Es sei ein freundschaftliches Verhältnis gewesen. Später sei die Frau als „gute Seele“ bei ihr angestellt gewesen – als Reinigungskraft.

Sie habe immer wieder über Eheprobleme gesprochen. „Sie hat mir gesagt, dass sie nie eine Wertschätzung als Frau hatte“, sagte die Zeugin. Ihr sei es immer wichtig gewesen, integriert zu sein, die Staatsbürgerschaft anzunehmen. „Ich habe ihr beim Einbürgerungstest geholfen“, sagte die Zeugin. Danach habe sie ganz stolz gesagt: „Jetzt bin ich ein Schwabe“. Aber zu Hause habe sie von ihrem Mann und ihrem Sohn null Wertschätzung erfahren. „Es war ihm ein Dorn im Auge, dass sie bei mir gearbeitet hat, weil ich nicht in sein Frauenbild passte“, gab sie zu Protokoll. Er habe sie kontrolliert, sei sogar bei einem Hotel, in dem sie sauber machte, vorbeigefahren, um zu schauen, was sie da macht.


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