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Nürtingen

Enttäuschte Hoffnung?

31.03.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hoffnungsträger enttäuschen allzu oft. Wie groß war die Enttäuschung, als der zuerst als Grinsi-Klinsi geschmähte Fußballbundestrainer die Nationalmannschaft zu einer begeisterungsfähigen Leistung geführt hat und dann seinen Rücktritt erklärte. Groß war auch die Enttäuschung unter den Radsportfans, als der Ausnahmeradfahrer Jan Ullrich sich immer mehr im Dickicht der Dopingvorwürfe verstrickte.

Ähnlich ist es auch in der biblischen Erzählung, an die wir am Palmsonntag in unseren Gottesdiensten erinnern: den Einzug Jesu in Jerusalem. Eine große Menge hat sich versammelt, um Jesus zu empfangen. Hosianna-Rufe werden laut. Groß sind die Erwartungen, die sich an ihn richten. Doch jeder hat wohl andere Vorstellungen, wie seine Hilfe aussehen müsste. Die einen wollen die Besatzungstruppen endlich aus dem Land vertrieben wissen. Andere sehen in der Errichtung eines Gottesstaates die Lösung der Probleme. Wieder andere haben andere Erwartungen. Doch all diese Erwartungen werden enttäuscht.

Jesus war eben weder der potenzielle Befehlshaber einer Befreiungsarmee noch war er ein Gotteskrieger. Er war der gewaltlose und friedliche Retter; er war der, der sich der armen, entrechteten und ausgegrenzten Menschen erbarmte. Aus Enttäuschung über diesen so ganz anderen wächst Zorn und Wut. Aus den Hosianna-Rufen wurde Tage später ein Kreuzigt ihn.


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