Schwerpunkte

Nürtingen

Einer von drei Königen

03.09.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) Drei Könige hatte der Blues, vielleicht ist er deshalb nicht nur eine bestimmte Art, Musik zu machen, die den Unterschied zwischen Dur und Moll in die Ecke schiebt, sondern ein Phänomen, das den „Junkie“, der sich mal drauf eingelassen hat, lebenslang nicht mehr loslässt. Kein Wunder, denn normalerweise hat jeder König sein eigenes Reich und jedes Reich entweder nur einen König oder keinen Frieden. Aber der Blues, genauer gesagt der Chicago-Blues, hatte drei Könige, nämlich drei aufregende Burschen, die auf den Namen „King“ hörten, Albert, B. B. und Freddie, Letzterer auch bekannt unter dem Kriegsnamen „Texas Cannonball“. Nicht nur weil er aus Texas kam, wurde er so genannt, sondern so sah er auch aus: gesund und kugelrund. Auch wenn es manche Lexika anders sehen: Freddie ist tatsächlich ein geborener „König“, denn seine Mutter Ella May trug bei seiner Geburt noch ihren Mädchennamen King. Ihr Großvater, ein reinrassiger Indianer vom Stamme der Choctaw, hatte ihr einen Nachkommen prophezeit, der die Herzen der Massen gewinnen, Generationen beeinflussen würde. Den bekam sie: Hits wie „Hideaway“, „The Stumble“ oder „Goin’ Down“ sind unverzichtbarer Bestandteil des Standardrepertoires eines jeden Bluesrockers, der was auf sich hält. Freddie war von den drei Kings (übrigens weder verwandt noch verschwägert) der jüngste, aber auch der vielseitigste, sowohl als Sänger als auch beim Komponieren und Gitarrespielen. Seine unglaubliche Bühnenpräsenz faszinierte junge Gitarristen der weißen Blues-Szene in Europa, wie Eric Clapton und die „Fleetwood Mac“-Legende Peter Green. Bei seinen Auftritten gab er alles, 300-mal im Jahr und das nicht nur auf der Bühne. Freddie King, Vater von sechs (ehelichen!) Kindern, gab auch beim nächtlichen Zug um die Häuser alles, was, besonders bei Vertretern der 0,1-Tonnen-Klasse, nicht eben als Lebensversicherung durchgeht. Mit erst 40 Jahren ereilte ihn auf der Bühne ein Herzanfall, von dem er sich nicht mehr erholen sollte. Heute wäre Freddie King 75 Jahre alt geworden.


Sie möchten den gesamten Artikel lesen?


Tagespass

  • 24 Std. alle Artikel und das E-Paper lesen
  • Mit PayPal bezahlen

1,20 €

einmalig

10-Tage-Angebot

  • 10 Tage alle Artikel und das E-Paper lesen
  • Endet automatisch
  • Mit PayPal bezahlen

5,00 €

einmalig

Digitalabo

Jetzt neu - mit PayPal bezahlen!

  • Alle Artikel und das E-Paper im Abo lesen
  • jederzeit kündbar

22,50 €

pro Monat


Ich bin bereits Abonnent


Sie sehen 66% des Artikels.

Es fehlen 34%



Nürtingen

Weitere Nachrichten aus Nürtingen Alle Nachrichten aus Nürtingen