Nürtingen

Eine Generation generiert

14.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) „Wroamm“ klang es immer wieder, wenn eine der Bomben auf Vietnam explodierte, und Granaten jaulten vor jedem Einschlag gewaltig auf, nachdem sie von Jimi Hendrix auf ihren musikalischen Weg geschickt worden waren. „Volltreffer“ hieß es hinterher in den Medien, soweit sie vor vierzig Jahren erstens verfügbar, zweitens jedoch bereit waren, über „Woodstock“ zu berichten. Doch auch so entwickelte sich das ursprünglich für etwa 60 000 Menschen geplante Vier-Tage-Festival auf dem Gelände des Farmers Max Yasgur zum Mythos der Hippie-Bewegung. Denn gekommen waren 500 000 oder vielmehr diejenigen davon, die nicht in den verstopften Anfahrtswegen hängen geblieben waren, sodass sich die Veranstaltung zwangsläufig zur logistischen Meisterleistung entwickelte. Einem finanziellen Debakel entgingen die Veranstalter um Michael Lang trotzdem nicht. Erst die spätere Vermarktung mittels des bekannten Films und zweier Dreifachalben sowie anderer Devotionalien wurde ein wirtschaftlicher Erfolg. 200 000 Dollar Gagen flossen den 32 Bands und Einzelkünstlern zu, zu denen immerhin so bekannte Acts wie „The Who“, Joan Baez und „Ten Years After“ gehörten. Weitere 150 000 kostete der benötigte Strom und die ständig am Rande eines Zusammenbruchs vegetierende Versorgung der 500 000 konnte nur durch den ebenfalls sehr teuren Einsatz von Helikoptern aufrechterhalten werden. Auf der anderen Seite war, nachdem die Umzäunung des Geländes in kurzer Zeit niedergetrampelt war, an den Verkauf von Eintrittskarten nicht mehr zu denken. Was blieb, war die Botschaft: „Es geht, wenn man nur bereit dazu ist, friedlich ein Fest zu feiern. Auch wenn man vier Tage auf engem Raum zusammengepfercht ist. 70 Prozent der Woodstock-Generation sollen es laut einer Umfrage 1989 bereut haben, nicht dabei gewesen zu sein.

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