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Nürtingen

Die Kriegskasse geklaut

21.09.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) Reichen Kaufleuten, so geht die Sage, habe er im dichten Wolschartwald aufgelauert und den Franzosen soll er gar eine gut gefüllte Kriegskasse abgejagt haben – und das Geld anschließend unter seinen armen Kärntner Landsleuten verteilt haben. Den Geschichten nach ist der Krapfenbäck-Simerl ein Held, der „Robin Hood von Kärnten“. Indes dürfte das Tun des 1785 in Möderndorf zur Welt gekommenen Simon Kramer ganz so uneigennützig nicht gewesen sein, wenngleich er wohl schon ein Teufelskerl gewesen sein muss, dass er sich immer wieder herauswinden konnte, wenn einmal wieder eine Falle der Ordnungshüter im Dienst der napoleonischen Besatzer zugeschnappt war. Als sie seine Freundin Juliana Regenfelder geschnappt hatten und in den Kerker des Schlosses Mageregg geworfen hatten, inszenierte er, was die Desperados des späten 20. Jahrhunderts die „Big Raushole“ nannten. Und wie schon zwei Jahre vorher entzog er sich der lebenslangen Kerkerhaft, zu der er 1809 für insgesamt 35 Straftaten, die ihm zur Last gelegt worden waren, verurteilt worden war, durch eine waghalsige Flucht.

Doch am 20. September desselben Jahres war es vorbei mit dem Kärntner Robin Hood. Aus Schaden klüger geworden, fackelte der Landgerichtspfleger Anton Lackner, als er den Simerl beim Wegscheidenwirt in Zojach gestellt hatte, nicht lange und jagte ihm eine Kugel in den Kopf. Danach entschied der zuständige General der Besatzer Jean Baptist Rusca, den Leichnam des Briganten als abschreckendes Beispiel am Annabichler Galgen bei Klagenfurt aufzuhängen. Nach einer Woche ließ man die Leiche des Simon Kramer an einem unbekannten Ort verscharren.


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