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Nürtingen

Die Entzauberung des sagenhaften Ulrichsteins

20.06.2007 00:00, Von Günter Schmitt — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Entzauberung des sagenhaften Ulrichsteins

Gut besuchte Vortragsveranstaltung im Stadtmuseum ließ angesichts der schönen Legende keinen Stein auf dem anderen

NÜRTINGEN. Wo die Wissenschaft ihren gepanzerten Fuß hinsetzt, wächst kein Gras mehr, schon gar kein sagenhaftes. Ein gutes Beispiel dafür war der am Montag im Stadtmuseum gehaltene Vortrag. Dr. Klaus Graf von der Universität Freiburg im Breisgau sprach über Sagenhaftes zum Ulrichstein.

Bis er seinen Vortrag zu Ende geführt hatte, war von den üppig wuchernden Sagengebilden, die sich um den Ulrichstein ranken, nur noch dürres Geäst übrig geblieben.

So wurde die Vortragsveranstaltung zu einem Abend der Entzauberungen. Der Sandsteinblock bei Hardt als Versteck des fliehenden Herzogs Ulrich? Eine pure Erfindung. Der Pfeifer von Hardt? Hauffs Roman Lichtenstein entnommen. Des Herzogs heroischer Sprung von der Köngener Brücke? Es gab damals die Brücke noch nicht. Des Herzogs Edelmut? Er war in Wirklichkeit ein rabiates Raubein. Die Liste der romantisierenden Ausschmückungen ließe sich nahezu beliebig lange fortsetzen.

Die weitaus meisten Ulrichs-Sagen sind erst im 18. und 19. Jahrhundert entstanden, meist als Resultat der Bemühungen um eine farbenfreudige vaterländische Geschichte, wobei als Vaterland damals nicht Deutschland, sondern Württemberg verstanden wurde.


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