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Der einzige

06.10.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) Über seine Mutter stammte Otto von den französischen Anjou-Fürsten ab, die seit ihrem Großvater Gottfried nach einem Ginsterzweig im Emblem (heute würde man „Logo“ dazu sagen: Werbung als moderne Form der Heraldik) den Bei- und späteren Familiennamen Plantagenet trugen. Dieser Gottfried hatte die Enkelin Wilhelms des Eroberers (von England) Matilda geheiratet, die, von ihrem Vater Heinrich I. als Thronerbin eingesetzt, sich im daraus erwachsenen Bürgerkrieg als ebenso gewiefte Politikerin wie talentierte Heerführerin erwies und ihren Sohn Heinrich (II.) als Erben der Krone durchsetzen konnte. Von diesem stammten irgendwie alle englischen Könige bis zum heutigen Tage ab. Zurück reicht sicherlich auch dieser Stammbaum, wie der aller Adliger dieser Welt, auf einen gewissen Adam, der als erster Mensch ein Paradies bewohnt haben soll (wo dann wohl der nicht adlige Teil der Gattung herstammt?). Weil nun Ottos Vater Heinrich von Sachsen, genannt „der Löwe“, Zoff mit dem Staufer-Kaiser Friedrich mit dem Beinamen „Rotbart“ hatte und im englischen Exil auf sein Comeback wartete, wurde sein Sohn Otto am englischen Hof ein enger Freund des späteren englischen Königs und heimlicher Held in Walter Scotts Roman „Ivanhoe“, Richard Löwenherz. Der ernannte Otto, in dem sich das Blut der Plantagenets und der Welfen zum ersten Mal vermischt hatte, später zum Herzog von Aquitanien. Nach dem Tod Kaiser Heinrichs VI. 1197 wurde Otto als Kandidat der Staufer-Gegner gegen Heinrichs Sohn Philipp (von Schwaben) installiert und 1198 zum deutschen König gewählt. Doch erst als Philipp durch Mord aus dem Weg geräumt war, konnte sich Otto als König durchsetzen und wurde am 4. Oktober 1209 auch der einzige Welfe, der je zum Kaiser gekrönt wurde. Ihm nach folgte 1220 das „Staunen der Welt“, Friedrich II.


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