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Der echte Kohlhaas

22.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(psa) In diesen Tagen schwitzen im ganzen Land Schüler über ihren Abitur-Klausuren. Den Auftakt bildete traditionell die Prüfung im Fach Deutsch. Dort werden regelmäßig Klassiker der deutschen Literatur behandelt. Unter anderem stand auch in diesem Jahr wieder Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“ auf der Auswahlliste. Als historisches Vorbild des Protagonisten der Kleist’schen Novelle gilt Hans Kohlhase, der 1540 wegen Landfriedensbruch zum Tode verurteilt wurde. Der Berliner Kaufmann hatte sich über Jahre eine immer blutigere Fehde mit dem Kurfürstentum Sachsen geliefert.

Der Kaufmann handelte anders als bei Kleist zwar nicht mit Pferden, die Vierbeiner waren aber durchaus der Auslöser für den Kampf eines Mannes, den Ernst Bloch als „Don Quijote rigoroser bürgerlicher Moralität“ bezeichnete: Auf dem Weg zur Messe in Leipzig beschlagnahmten Männer des Junkers Günther von Zaschwitz zwei Pferde des Reisenden. Dadurch verpasste Kohlhase Teile der Messe und machte Verluste. Seine Schadensersatzforderungen gegen den Ritter blieben erfolglos. Die Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen drängten zwar auf einen Vergleich – jedoch ebenfalls ohne Erfolg. Der Ritter war inzwischen verstorben und mit den Erben war kein Staat zu machen.


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