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Der Doge

31.08.2006 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Doge

Was anderen ihr König, Kaiser oder Fürst war, war den Venezianern ihr Doge. Der saß in seinem sehr hübschen Dogenpalast mit Blick auf die Adria und beherrschte zu seinen besten Zeiten ein mächtiges Handelsimperium. Formal war Venedig einst ein Teil des byzantinischen Reiches. Der Begriff Doge leitet sich ab vom lateinischen Dux und bezeichnete den obersten Militärchef einer Grenzprovinz. In Wirklichkeit machten die Dogen aber was sie wollten und herrschten selbstständig über ihre Stadtrepublik Venedig. Der erste Doge wurde im Jahre 697 gewählt und sollte einfach nur die Verteidigung gegen die sich gerade auf Völkerwanderung befindlichen Slawen und Langobarden organisieren. Hatten die Dogen zu Beginn noch fast uneingeschränkte Macht, beschnitt der Stadtadel die Rechte des Chefs im Mittelalter ziemlich und stellte ihm eine Reihe von Gremien zur Seite. Der Doge entstammte stets dem Stadtadel und wurde von jenem auch in einem etwas komplizierten Wahlverfahren gewählt. Dabei wurde ein Zehnjähriger gebraucht, der Lose ziehen musste. Der Doge trug als Zeichen seiner Würde eine steife Kappe mit einer hornartigen Spitze und einem kronenartigen Metallring. Genannt wurde das Gebilde Corno. Über 1000 Jahre lang gelang es den Dogen, die Seerepublik Venedig zwischen den großen Machtblöcken hindurchzusegeln. Dann kam Napoleon. Er setzte 1797 den letzten Dogen ab und übergab Venedig der Habsburgermonarchie. bg


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