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Nürtingen

Das MPG braucht mehr Raum

15.03.2018 00:00, Von Andreas Warausch — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die neue Schulleiterin Petra Notz über Baupläne, das G8, die Bildungsreformen und Grundschulempfehlungen

Im vergangenen Sommer trat Petra Notz die Nachfolge von Ulrike Zimmermann als Schulleiterin des Max-PlanckGymnasiums (MPG) an. Nach einem guten halben Jahr spricht sie im NZInterview über das Ankommen an ihrer neuen Schule, die Bildungspolitik – und über die gerade diskutierten Pläne für eine neue Sporthalle für das MPG.

Frau Notz, Sie haben jetzt das erste halbe Jahr MPG hinter sich – ist die Schule schon ganz Ihre Schule?

Das ist eine gute Frage. Was mir auffällt: Wenn ich morgens herfahre, über die Neckarbrücke, und die Altstadt sehe, freue ich mich auf die Schule. Ich bin hier angekommen. Ich fühle mich, als wäre ich schon ewig da. Das MPG nimmt mich immer ganz ein. Man trifft auf engagierte und wohlwollende Menschen, für die es ganz selbstverständlich ist, sich zu engagieren, ob im Elternbeirat, im MPG-Verein, in der SMV. Und es geht dabei immer um die Sache. Auch bei den Schülern. Das ist Engagement in Reinkultur. Das gab es an anderen Stationen nur in Einzelfällen. Und wenn, dann eher gegen gute Noten oder Zertifikate. Das zeichnet Nürtingen aus. Wenn alle Arbeitskreise der SMV zum Beispiel bei mir am Tisch sitzen, dann merkt man, dass die ihr Amt mit großer Freude ausüben. Das ist ja auch mein Ding: Ich will Gestaltungsräume schaffen, die die Schüler dann ausfüllen. Wie beim Arbeitskreis Schulverschönerung. Da reifen Ideen, und da ist viel Bereitschaft zuzupacken. Das ist für mich typisch Nürtingen. Wie bei den Schülerpaten: Da haben sich zu viele gemeldet. Das ist ein Luxusproblem.

Wie hatten Sie die Schule im vergangenen Sommer denn angetroffen?

Ich habe eine toporganisierte Schule von meiner Vorgängerin übernommen, mit guter Informations- und Arbeitstruktur. Da kommt man dann leicht rein. So konnte ich mich gleich am Start auf die Begegnungen mit Menschen konzentrieren. Man spricht ja immer vom typischen MPG-Geist: Das ist wirklich so, ein positives Miteinander ist jedem sehr wichtig. Deshalb war es ein genialer Schritt, sich hier zu bewerben. Der Schachzug meines Lebens. Das liegt an der Schule und dem Menschenschlag hier. Ich bin halt ein Unterrichts-Fan, und das fehlt mir jetzt ein bisschen.

Eine neue Chefin hat immer auch eigene Vorstellungen? Was davon haben Sie schon umgesetzt?

Zentral ist, dass die Schüler immer im Mittelpunkt stehen. Die Schule ist für die Schüler da. Ich will da auch Freiräume im außerschulischen Bereich geben. Von der SMV werden solche Freiräume zum Beispiel genutzt. Wir haben jetzt eine bisschen andere Arbeitsstruktur im Leitungsteam. Früher haben die Abteilungsleiter eher spezielle Themen bearbeitet. Jetzt wollen wir die Aufgaben eher auf die Jahrgänge bezogen zuschneiden, da gibt es verschiedene Anforderungen. Ich will Schule gestalten, weiterentwickeln, das Profil schärfen. Ich will die Schule modernisieren, auch hinsichtlich der Technik in den Klassenräumen, mit moderner Präsentationstechnik. Neue Medien sollen ganz gezielt eingesetzt werden.

Das Thema Sporthalle ist essentiell für Ihre Schule . Zuletzt kam zum Bau einer anzumietenden Halle auf dem benachbarten Haubergelände eine kleine Dreifeld-Halle mit 200 Zuschauerplätzen auf dem nördlichen Schulhof ins Gespräch. Mit Medienzentrum und Mensa. Eine gute Alternative?

Inhaltlich auf jeden Fall. Aber welche Lösung wir bekommen, ist erst einmal zweitrangig. Wichtig ist: Wir haben über die Sporthalle hinaus weiteren Bedarf. Es fehlen zum Beispiel Schülerarbeitsplätze. Herr Krüger (der Geschäfstführer der Gebäudewirtschaft Nürtingen, Anmerkung der Redaktion) hat ja im Gemeinderat auch aufgezeigt, wie man zum Beispiel im Nordhof auch freie, überdachte Plätze schaffen kann. Man braucht Räume für die Schüler über die Klassenzimmer hinaus, zum Beispiel in einem Medienzentrum. Oder auch verschiedene Sitzgruppen.

Petra Notz: „Ich fühle mich, als wäre ich schon ewig da.“ Foto: Holzwarth
Petra Notz: „Ich fühle mich, als wäre ich schon ewig da.“ Foto: Holzwarth

Die Schüler müssen mehr selbstverantwortlich lernen können, dafür braucht es Räume, für das differenzierte Lernen. Und wir brauchen auch eine größere Mensa. Wir haben täglich über 100 Essen – die Mensa platzt aus allen Nähten. Und wenn man die alte Mensa auslagert, könnte man den Platz auch für die Ganztagesbetreuung nützen.


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