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Nürtingen

Auf der Flucht

12.04.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Auf der Flucht

Der Arbeiter- und Bauernstaat DDR war bei seinen Bewohnern nicht so recht beliebt. Deshalb musste er eine Mauer bauen. Weniger, damit der Feind nicht hineinkam, wie man es gerne durch die Bezeichnung Antifaschistischer Schutzwall weisgemacht hätte, sondern vielmehr, damit die Bürger nicht hinauskamen. Wenn man sich anschaut, welchen Einfallsreichtum mancher DDR-Bürger entwickelte, nur um das Land zu verlassen, wird klar, dass es nicht die schlechtesten waren, die dem Arbeiter- und Bauernparadies den Rücken kehrten. Zum einen war es schon mal ganz schön mutig, es überhaupt zu versuchen, denn in Sachen Republikflucht kannte die Rechtssprechung in der DDR kein Pardon. Dann die Ideen, die die Leute entwickelten. Da wurden Tunnel gegraben und Autos umgebaut, zum Beispiel der Tank verkleinert und so Platz geschaffen für eine zusammengekauerte Person. Ein 24-jähriger Student wollte nicht auf den Mauerfall warten und baute sich 1988 ein Fluggerät, in dem unter anderem der Motor eines Trabant zum Einsatz kam. Ein anderer Flüchtling, nicht weniger geschickt, konstruierte 1968 ein Mini-U-Boot und verließ die DDR via Ostsee. Damit sicherte er sich gleich seine Existenz im Westen, da er die Erfindung patentieren ließ. Die spektakulärste Flucht gelang zwei Familien aus Thüringen, die 1979 in einem selbst gebauten Heißluftballon rübermachten. Heute lebt eine der beiden Familien, deren Geschichte damals um die Welt ging, wieder im alten Haus in Thüringen. Der Ballon hingegen steht im Mauer-Museum in Berlin am ehemaligen Checkpoint Charlie. bg


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