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Apfelkern-Tag

11.03.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) Es ist mehr als 200 Jahre her, da lief in den weiten Wäldern Nordamerikas einer rum, mit einem Kochtopf auf der Birne und einer Handvoll Apfelsamen in den Taschen. Wie viele seiner Zeitgenossen im ausgehenden 18. Jahrhundert führte er stets eine Bibel bei sich und versuchte seine Mitmenschen von der Wahrheit ihres Inhalts zu überzeugen. Anders als die meisten seiner Predigerkollegen jedoch versuchte Hans Apfelkern wenigstens das, was er da zu verkündigen versuchte, auch zu leben. So suchte er, statt sich mit ihren Skalps nebenher ein paar Kröten zu verdienen, die Freundschaft der indianischen Ureinwohner, in deren Dörfern er auch zeitweise seine Tage zubrachte.

Bei seinen weißen Mitmenschen war der 1774 in Massachusetts geborene John Chapman bekannt für seine Lehren vom einfachen und vor allem naturnahen Leben. Wohin er kam, nutzte er die Gelegenheit, ein Apfelbäumchen anzupflanzen. Ganz wie es Martin Luther einst gelehrt hatte, im Vertrauen auf die Vorsehung und die Pflicht, sich im Hier und Jetzt zu bewähren. Als Anhänger der „neuen Kirche“ („New Church“) des Spiritisten Emanuel Swedenborg begriff er die Natur als eine Welt voller Geist und suchte Wege, in und mit ihr zu leben, statt sie, wie es dem amerikanischen Pionierwesen entsprach, als etwas zu betrachten, dessen radikale Ausbeutung dem angeblichen Gotteswort „macht euch die Erde untertan“ entsprach, bevor man ja weiter nach Westen ziehen konnte.


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