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Wenn das eigene Gewissen auf kollektive Vernunft trifft

21.10.2021 05:30, Von Sara Hiller — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Württembergische Landesbühne Esslingen adaptiert Sophokles’ „Antigone“ und bringt mit ausdrucksstarken Bildern eine zeitlose Thematik auf die Bühne der K3N.

NÜRTINGEN. Monotones, hektisches Klappern der Schreibmaschinen, ausgelöst durch flinke Finger, die darauf wild herumtippen. Im Hintergrund hängen blütenweiße Tücher von der Decke herab. Doch der friedliche Schein trügt: Kleine rote Sprenkel auf dem Stoff suggerieren, was sich später zum grausamen Höhepunkt entwickeln wird.

Manch einem wird Sophokles’ „Antigone“ als vermeintlich abgedroschene Schullektüre im Gedächtnis sein. Die Württembergische Landesbühne Esslingen widmet sich auf Einladung des hiesigen Kulturamtes am Montagabend dieser antiken Tragödie. Und das Ensemble beweist auf dramaturgisch hohem Niveau: Das Potenzial des lyrischen Werkes zeigt sich durchaus auch in der modernen Adaption. So wird die Bühne des Großen Saals der Nürtinger Stadthalle K3N Schauplatz für überzeugende schauspielerische Leistungen der Protagonisten. In der Nachdichtung von Walter Jens gelingt es Regisseur Alexander Müller-Elmau und Dramaturgin Anna Gubiani, die Quintessenz feinfühlig herauszuschälen. Und neben der Reduktion der mythischen Hintergrundinformationen auf das Wesentliche unterstreicht auch das minimalistisch gehaltene Bühnenbild die Wirkung. Denn gezeigt wird auf berührende Weise: Das Leid der Antigone spiegelt eine zeitlose Thematik wider.


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