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Von der Zwiespältigkeit der Transparenz

28.10.2016 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thema im Café denk.art war die Kommunikation im Internet

NÜRTINGEN (pm). Das Internet begann vor gut 20 Jahren als ein großes Versprechen und zeigt heute mehr und mehr seine Schattenseiten. Diesen Befund veranschaulicht auf drastische Weise der amerikanische Autor Dave Eggers in seinem Roman „The Circle“, in welchem er eine Horrorvision totaler Transparenz ausgemalt hat.

Der Schauspieler Helmut Grygiel trug im Café denk.art am vergangenen Sonntag in der Alten Seegrasspinnerei Passagen aus diesem Roman vor und gab so dem Nürtinger Philosophen Thomas Oser eine inspirierende Vorlage für seine Ausführungen zum Thema „Transparenz – Karriere eines zwiespältigen Konzepts“.

Ohne berechtigten Forderungen nach mehr Transparenz vor allem in den Sphären der Politik und Wirtschaft zu widersprechen, stellte er heraus, dass das Verborgene, Geheimnisvolle und auch Dunkle notwendig zum Leben gehöre. Verborgenes und Offenbares seien dialektisch miteinander verbunden, was bedeute, dass das eine mit dem anderen immer Hand in Hand gehe. Deshalb gelte es vor allem im Bereich des Persönlichen das Verborgene zu bewahren – nicht zuletzt in Zeiten, in denen wir zunehmend unter Druck gesetzt würden, uns transparent zu machen.

Vertrauen setzt stets auch Nicht-Wissen voraus


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