Kultur

Vom Zauber des Papiers

04.12.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

BEUREN/LENNINGEN (pm). Die Sprach- und Musiktage Beuren endeten jüngst mit einer außergewöhnlichen Veranstaltung in den Räumen der Lenninger Gemeindebücherei im voll besetzten Saal. Gerda Sautter eröffnete den Abend, der unter das Thema „Gedichte und Papier“ gestellt war, mit einem Blick auf die historisch interessante Entwicklung der Firma Scheufelen im Lenninger Tal. Holz und Wasser gleich Papier, das ist eine über 150 Jahre alte Tradition in Oberlenningen. Anschließend legte sie den Weg der Papierentstehung facettenreich dar. Man konnte bei einem Rundgang durch das Museum für Papier- und Buchkunst das Exponat eines künstlerischen Wespennestes betrachten. Ein Wespennest ist reines Papier. Erstaunlich, dass die Firma Carl Scheufelen für die Nasa schwer entflammbares Papier entwickelte und dieses in einer Apollo-Kapsel 1969 zum Mond flog. Auch für den Vatikan wurde Papier entwickelt, um alte Pergamentschriften wieder neu zu drucken. Dem Publikum wurden auch künstlerische Gestaltungen aus Papier gezeigt. So war das Publikum neugierig auf die ausgesuchten Dichter Schubart, Schiller, Hölderlin und Mörike, die in unmittelbarer Nähe lebten und dichteten. Die Besucher hörten von Gerda Sautter über den Papier- und Tintenentzug unter Herzog Carl Eugen, als er Schubart auf dem Hohenasperg einkerkern ließ. So war es besonders beeindruckend, wie Heide Mende-Kurz das Gedicht „Die Forelle“ von Christian Friedrich Daniel Schubart rezitierte. Heide Mende-Kurz verstand es, das Publikum in die Welt der Lyrik und der Dramatik zu entführen. Die Zuhörer lauschten tief berührt den sprachlich sehr nuancierten Gedichtinterpretationen von Heide Mende-Kurz. Ganz besonders beeindruckend war eine Szene aus Schillers „Kabale und Liebe“.

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