Kultur

Selbstverwirklichung und Gemeinwohl

02.02.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Café denk.art in der Alten Seegrasspinnerei ging es am Sonntag auch um eine Einschätzung des Rechtspopulismus

NÜRTINGEN (pm). Gewidmet war das Café denk.art am vergangenen Sonntag in der Alten Seegrasspinnerei aus aktuellem Anlass dem Bündnis „Nürtingen ist bunt“. Das Thema „Selbstverwirklichung und Gemeinwohl – ein Gegensatz?“, das schon seit geraumer Zeit feststand, erwies sich dabei als überaus ergiebig, auch das Phänomen des Rechtspopulismus philosophisch zu verorten.

Wir leben in Zeiten zunehmender Individualisierung

Anfangs bot der Nürtinger Philosoph Thomas Oser vor mehr als 60 Gästen eine Einschätzung unserer gegenwärtigen Zeit: Diese sei seit dem Beginn der Moderne durch eine zunehmende Individualisierung geprägt. Zusammen mit tradierten Rollen seien auch traditionale Formen des Gemeinschaftlichen weggebrochen. Dies habe dazu geführt, dass die Menschen nicht mehr wüssten, wer sie sind und wie sie zusammenleben sollten.

Oser stellte heraus, dass die Individualisierung für den Einzelnen nicht nur ein Gewinn gewesen sei: Der Einzelne sei nämlich in der modernen arbeitsteiligen Gesellschaft weitgehend auf seine Funktionen beschränkt und seine Individualität reduziere sich oftmals auf bestimmte Konsumwünsche, die unter den Bedingungen von Big Data zunehmend berechenbar seien.


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