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Sakrileg in der Kreuzkirche

09.08.2006 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mit David Tanenbaum brachen Stahlsaiten in die Nylon-Phalanx der Nürtinger Gitarrenfestspiele

NÜRTINGEN. Ich bin ein Klassik-Gitarrist, betonte gestern David Tanenbaum, als er kurz nach 14 Uhr die Bühne der Nürtinger Kreuzkirche betreten hatte. Eine Selbstverständlichkeit bei einem Festival wie dem Nürtinger. Doch der 50-jährige Professor hielt welch unerhörtes Sakrileg, eine National Steel Guitar in Händen. Wie viele seiner Kollegen habe er sich gegen das Instrument gesträubt, fuhr der international renommierte Gitarrenkünstler fort diesen häretischen Akt zu rechtfertigen, aber manche Komponisten sind eben Spinner.

So habe Lou Harrison darauf bestanden, seine Komposition dem Klang der Stahlsaiten-Gitarre mit Metallresonator auf den Korpus, im weiteren Sinn auf den Leib, zu schreiben. Auch Terry Riley habe, von einem Richter unter Druck gesetzt, ein Stück gegen den Irak-Krieg in Noten für die National gesetzt. Mit der Hymne an die Menschen, die 2003 an der, wie Tanenbaum sagte, größten Protestaktion der Geschichte, einem Marsch gegen diesen rechtswidrigen Krieg, teilgenommen hatten.


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