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Mayer-Brennenstuhl stellt aus

20.07.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

NÜRTINGEN. Anlässlich seines 65. Geburtstags in diesem Jahr zeigt der Nürtinger Künstler Andreas Mayer-Brennenstuhl in einer Ausstellung zentrale Werke der letzten Jahrzehnte in seinem temporären Atelier auf dem Gelände der Firma Greiner in der Galgenbergstraße 9 direkt gegenüber des Kunstvereins von Donnerstag, 21. bis 28. Juli, täglich von 14 bis 20 Uhr. Die Ausstellung zeigt ausgewählte Exponate aus zwei Werkkomplexen, die seit 1990 entstanden sind und inhaltlich aufeinander bezogen sind: In „Die Moderne redigieren“ und „Ruin“ werden die Frage nach gesellschaftlichen Utopien sowie deren mögliches Scheitern mit den Mitteln der Kunst reflektiert. Der Werkkomplex „Die Moderne redigieren“ bezieht sich dabei inhaltlich mehr auf das Thema der gesellschaftlichen Utopien in der Tradition der Aufklärung und des Humanismus im 20. Jahrhundert, „Ruin“ auf die sich abzeichnende Möglichkeit des endgültigen Scheiterns der libertären, aufgeklärten Moderne. Beide Werkkomplexe versuchen dabei formal den Raum zwischen verschiedenen Dimensionen zu besetzen: die Installationen des Werkkomplexes „Die Moderne redigieren“ verorten sich zwischen den drei Raumdimensionen und der Dimension der Zeit, indem zeitbasierte Medien wie Video oder Audio integrale Bestandtteile sind. Ausgangspunkt sind zumeist performative, subversive Aktionen im öffentlichen Raum, die medial dokumentiert wurden und mit elektronischen Medien in die Installationen integriert werden. Die Soundtracks der einzelnen Stationen bilden einen Klangteppich und mischen sich beim Durchschreiten des Raumes, Wasserrauschen wechselt mit Feuerknistern, Stimmen und Musikelementen. Der Werkkomplex „Ruin“ vermittelt zwischen der zweiten und dritten Dimension, Ausgangspunkt sind hier Fotofolien mit einer Abbildung des Brandenburger Tores, die als zweidimensionale Flachware zum Träger von Tapezeichnungen im Graffiti-Stil wurden. In der Ausstellung wurden sie zu dreidimensionalen Architekturen mit labyrinthischen, mit weiteren Arbeiten bespielten Innenräumen zusammengefügt und zitieren den Topos der „romantischen Ruinen-Architektur“. Der Künstler ist zu den Öffnungszeiten da. pm

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