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Lieder vom Tod und der Ruf nach Frieden

19.11.2014 00:00, Von Udo Klebes — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Das Konzert der Nürtinger Kantorei zum Volkstrauertag war dem Gedenken an den Beginn beider Weltkriege gewidmet

NÜRTINGEN. Nicht ganz so volle Reihen wie sonst, dafür aber ein Programm, dessen Dramaturgie an Klugheit und dessen Klangräume an Tragweite der geschilderten Stimmungen kaum zu überbieten ist. Dazu Inhalte nachfühlbar vermittelnde Solisten, ein fesselnder Rezitator, ein geschlossen agierendes Orchester und nicht zuletzt ein so fein wie selten vorbereiteter Chor. Kurzum: dieses Kantoreikonzert am Volkstrauertag hatte es in sich. Im Zeichen des 100. Jahrestages des Beginns des Ersten und des 75. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkriegs kreiste in der Stadtkirche St. Laurentius in gut eineinhalb Stunden alles um das Thema Tod und Ruf nach Frieden.

Der Tod als Retter aus einer würdelosen Situation

Modest Mussorgskys 1875 bis 1877 entstandene vier „Lieder und Tänze des Todes“ zogen sogleich mitten hinein in die musikalisch verführerische Dichte dieser Gesänge, die den Tod als Retter aus einer würdelosen Situation begreifbar machen: für ein fieberndes Kind, ein jung verwelkendes Mädchen, einen verirrten Bauern und gar für ein ganzes Volk. Satirischer Biss und eine klare musikalische Sprache, bei der dem Klavier die zentrale Aufgabe rhythmischer Stimmungsentfaltung überantwortet ist, während die Singstimme genüsslich mit dem Text spielt, vermitteln die Hintergründigkeit dieses kleinen Zyklus.


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