Kultur

Komödienklassiker in neuem Gewand

06.05.2009, Von Heinz Böhler — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Badische Landesbühne Bruchsal spielte im städtischen Theater-Hauptprogramm Molières „Der eingebildet Kranke“

NÜRTINGEN. „Privat oder Kasse?“ Die Kardinalfrage stellt selbst ein potenzieller Schwiegersohn, bevor er Hand an den Puls legt. In seiner letzten Komödie nahm schon im 17. Jahrhundert der Dichter Molière die Raffgier der Ärzte aufs Korn. Die Badische Landesbühne Bruchsal hat unter der Regie von Carsten Ramm die Geschichte vom „eingebildet Kranken“ als idealem Opfer der Pharmakologen und ihrer Zuarbeiter neu aufbereitet. Ob und wie dies gelungen ist, davon konnte sich das Nürtinger Theaterpublikum am Montagabend im Großen Saal der Stadthalle K3N ein Bild machen.

„Da wird Dummheit zur Wissenschaft, blinder Glaube zur Vernunft!“ Molière wusste wohl, welchem Milieu er selbst entstammte, und so stattete er, wie das damals durchaus üblich war, die Dienerschaft mit dem lebenstüchtig machenden Skeptizismus aus, der schon bei den täglichen Einkäufen und umso mehr im Umgang mit den Herrschaften unentbehrlich ist. Denn die haben, wie auch jener Monsieur Argans, einen Hang zur Idealisierung ihrer selbst, wie ihn Miguel de Cervantes in seinem „Don Quichotte“ so herrlich beschreibt. Selbst Krankheit gerät dabei unter Umständen zum Hobby und das Klistier ersetzt das Schwert.


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