Kultur

Die Würde filigranen Musizierens Sehr gut besuchtes Adventskonzert in der Stadtkirche – Schütz und Distler waren geboten

16.12.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

NÜRTINGEN. Alter und moderner Musik ist eines gemeinsam: Der unbeschwerte, reine Jubelton ist ihnen nicht gegeben. Selbst das Weihnachtsfest, die Fröhlichkeit der frohen Botschaft, besingen sie in einer gebändigten, gleichsam disziplinierten Tonsprache. Das Unbeschwerte oder gar der Überschwang wollen vor allem bei der neueren Musik auf den Notenblättern kaum mehr Gestalt annehmen. Das zeigte das am Sonntag in der Stadtkirche abgehaltene Adventskonzert. Das Hauptwerk der überaus gut besuchten Veranstaltung (sogar die Empore musste geöffnet werden) war Hugo Distlers Weihnachtsgeschichte.

Noch vor 20 oder 30 Jahren gab es kaum ein Kirchenkonzert ohne einen Distler. Heute ist das anders. Wer einen Distler hören möchte, muss in diesen Tagen meist einen weiten Weg auf sich nehmen, wenn der Name des Komponisten überhaupt auf einem Programm auftaucht. So war es ein Ereignis, in der Stadtkirche Musiken dieses rätselvollen Mannes zu hören, der 1942 mit erst 42 Jahren seinem Leben von eigener Hand ein Ende setzte. Sein Cembalokonzert war in einer Wanderausstellung als Beispiel „entarteter Kunst“ präsentiert worden. Er war mit seiner Sensibilität und Empfindsamkeit, trotz aller Rückversicherungsversuche, nicht geschaffen für eine Zeit, in der das Regime mit barbarischer Rücksichtslosigkeit und Entschlossenheit die Geschichte auf den Kopf zu stellen suchte.


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