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Der "Schwäbische Tartüff"

10.12.2005 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

NÜRTINGEN (pm). Am Montag, 6. Februar, 20 Uhr, gastiert das Ensemble des Theaters Lindenhof aus Melchingen in der Stadthalle K3N, um mit dem „Schwäbischen Tartüff“ ein Meisterwerk des französischen Dramatikers Molière in eigenwilliger Bearbeitung darzubieten. Die Komödie „Tartuffe“ stellte im barocken Frankreich ein mutiges Aufbegehren gegen religiöse Heuchelei dar, wurde mit Aufführungsverbot belegt und für den Dichter wurde gar in Streitschriften der Scheiterhaufen gefordert. Molière verteidigte sich standhaft, weil es ihm auf dem Theater darum ging, die Menschen durch Kritik ihrer Laster zu verbessern. Das Thema der religiösen Heuchelei interessiert auch heutzutage die Lindenhöfer durchaus, wenn sie im „Schwäbischen Tartüff“ aus der Hauptfigur einen bigotten Musterknaben machen. Doch neben den kritischen Tönen bietet das Stück auch eine verwickelte Handlung mit praller Situationskomik. Johann Martin Enderles Bearbeitung lebt aus dem Vergnügen am Reim und am witzigen Sprachspiel. Regie führt der bewährte Franz Xaver Ott, der das Lustspiel mehr und mehr zur durchgedrehten Farce steigert und die markigen Darsteller der Truppe ihre Rollen voll ausspielen lässt. Die von Molière ersonnene Hauptfigur ist ein Schurke hinter frommer Maske, ein kühler Rechner und Betrüger. Er weiß, wie er das desolate Gefüge in der Familie von Eugen Auberle ausnützen kann, als er sich als scheinheiliger Ratgeber einnistet. Vom Hausherrn wird er als moralische Instanz verehrt und bewundert, schließlich als Erbe des Familienvermögens und als Verlobter der Tochter bestimmt. Das hindert Tartüff jedoch keineswegs, auch der Hausherrin seine Anträge zu machen. Die übrigen Familienmitglieder durchschauen bald das Doppelspiel.

Karten gibt es ab 12. Dezember bei Musik & Co, Schillerplatz 4, Telefon (0 70 22) 21 08 93.


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