Kultur

Das Unsagbare wurde zum Ereignis

15.02.2006 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ausverkauftes Meisterkonzert in der Kreuzkirche entfachte einen wahrlichen Sturm der Begeisterung

NÜRTINGEN. Nein, die zwei Instrumentalisten, die neuerdings in allen großen Städten Furore machen, hatten im Mozart-Gedenkjahr keinen Mozart aufs Programm gesetzt. Sie hielten sich in der Kreuzkirche mit Schubert, Schumann, Beethoven und Brahms an bewährte „Konzertsaal-Schlachtrösser“. Im Grunde war es nur konsequent: Mozart nimmt im roten Faden der Tradition von Haydn bis Brahms eine Sonderstellung ein. Er ist der bunte Schmetterling, der in keine Sammlung so recht passen will.

Die Klassiker der Musikliteratur, die sie ins Programm gehoben hatten, waren bei Julian Rachlin (Violine) und Itamar Golan (Klavier) in besten Händen. Der Geiger favorisiert einen geradezu wahnwitzig intensiven Vortragsstil. Immer ist sein Ton klar, nie expandiert er in die Breite, ins Schrille, ins unkontrollierte Forte. Stattdessen arbeitet er Verläufe und Höhepunkte durch schier unglaubliche Verdichtungen heraus und baut enorme Spannungen auf. Nichts ist ihm nebensächlich, alles Geigen ist ihm existenzielle Grenzerfahrung.


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