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Das Schöne und das Schreckliche

26.06.2019 00:00, Von Thomas Oser — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Café denk.art ging es um zentrale ästhetische Fragen

NÜRTINGEN. „Das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang“: Diese Aussage, die der ersten Duineser Elegie von Rainer Maria Rilke entnommen ist, war zugleich das Leitmotiv der Gedanken von Andreas Mayer-Brennenstuhl, die dieser am vergangenen Sonntag im Café denk.art eingangs entwickelte. Vor rund 40 Besuchern referierte er in der Alten Seegrasspinnerei darüber, warum sich insbesondere moderne Künstler mit dem Schönen schwertun, beziehungsweise warum wir als Betrachter oft mit den Werken moderner Kunst hadern.

Bezeichnend hierfür war der Beitrag einer Besucherin, die darüber staunte, dass sie von der Schönheit ganz alter Kunstwerke nach wie vor berührt ist. Den Werken moderner, gar zeitgenössischen Künstler stehe sie dagegen meist ratlos gegenüber und fände sie nicht schön. Mayer-Brennenstuhl erklärte dazu, dass alte Werke oftmals auch über Jahrtausende hinweg unserer ästhetischen Gewohnheit entsprechen und uns deshalb noch immer unmittelbar ansprechen würden. Moderne Werke müssten wir uns hingegen, weil sie für uns ungewohnt seien, zuerst zugänglich machen, indem wir zu diesen zusätzliche Informationen einholen.

Aufgabe der Kunst einer jeden Epoche sei es, so Mayer-Brennenstuhl, das Ungewohnte zu erschließen und ästhetisch darzustellen. So käme ein neuer Ausdruck des Schönen zur Geltung, den wir uns zuallererst aneignen müssten. Irgendwann würde aber auch dieser zu einer Gewohnheit.


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