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Ausstellung visualisiert die Auswirkungen von Corona auf die Jugend

02.03.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mit ihrer Ausstellung „ . . . entfernt“ nimmt die Künstlerin Antje Gerhardy Gemütszustände und Emotionen von Jugendlichen in den Fokus – insbesondere die Auswirkungen der Pandemie auf diese Altersgruppe. Zu sehen sind ihre Figuren und geclusterten Wandbilder

im „SprechZimmer“ in der Straße Am Obertor in Nürtingen. Die Ausstellung kann derzeit nur von außen betrachtet werden, allerdings nicht während der Zeiten, in denen vor dem Raum die Corona-Schnelltests vorgenommen werden (dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr). Die Künstlerin über ihre Kunst: „Die Jugend ist eine besonders vulnerable Phase im Leben eines Menschen: Emotionen überschlagen sich, das Gehirn wird neu strukturiert, Gleichaltrige lösen die Familie als Ankerpunkt ab. Die jetzige Pandemie wirkt wie ein Brandverstärker – Jugendliche sind von ihren Freunden isoliert, sie können sich nicht selbst erproben, sie leiden unter der Unsicherheit und Unwägbarkeit der Situation, emotionale Schwankungen steigern sich. Die immer noch kursierende Diffamierung Jugendlicher als unverantwortliche Regelbrecher verschärfen das generelle Gefühl des Nichtverstandenwerdens. In der Jugend entwickelt sich die Persönlichkeit, sie ist im Fluss, sie nährt sich vom Ausprobieren verschiedener Rollen in unterschiedlichen Kontexten. Welche Entwicklung findet statt – entfernt von Normalität, entfernt von Freunden und Angehörigen, entfernt von kleinen Berührungen und Umarmungen, entfernt von der Lebendigkeit und Vielfalt, entfernt von Sorglosigkeit?“ pm

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