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Großeinsatz an Heiligabend

27.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Pyrotechnik in der heimischen Küche hergestellt

Großeinsatz der Feuerwehr wegen explosionsfähiger Stoffe in Mehrfamilienhaus Foto: SDMG
Großeinsatz der Feuerwehr wegen explosionsfähiger Stoffe in Mehrfamilienhaus Foto: SDMG

WOLFSCHLUGEN (lp). Am Sonntagabend, gegen 18.30 Uhr, wurde der Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst Esslingen ein ausgelöster Heimrauchmelder in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses in Wolfschlugen gemeldet.

Die Feuerwehr stellte nach Betreten der Erdgeschosswohnung in der Küche eines 44-jährigen deutschen Staatsangehörigen starke Rauchentwicklung fest, die eventuell von einem auf einer Heizplatte liegenden Reagenzglas, befüllt mit einer unbekannten Substanz, herrührte. In der Küche der betroffenen Wohnung wurden weitere Chemikalien gefunden. Der Wohnungsinhaber war zunächst nicht anwesend. Als er eintraf, erklärte er auf Nachfrage, dass er Stoffe zur Herstellung von Pyrotechnik in der Küche aufbewahre, die dem Chemikaliengesetz und der Gefahrstoffverordnung unterliegen.

Aufgrund der zunächst unübersichtlichen Lage und um eine Gefährdung der übrigen Bewohner auszuschließen, wurde das Mehrfamilienhaus nach Absprache mit der Feuerwehr durch die Polizei geräumt. Der Kriminaldauerdienst des Polizeipräsidiums Reutlingen übernahm die Ermittlungen vor Ort.

Die Messungen der Feuerwehr ergaben keine gesundheitsgefährdenden Werte. Neben einem Entschärferteam des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg wurde auch ein Fachberater Chemie der Feuerwehr Ostfildern hinzugezogen, um die Chemikalien zu begutachten und zu bestimmen. Die verschiedenen Stoffe waren in mehreren verschlossenen Behältnissen in der Küche gelagert, die zum Zwecke der Herstellung von Pyrotechnik, beispielsweise Böller und Feuerwerkskörper, dienten. Ein krimineller oder strafrechtlicher Hintergrund konnte ausgeschlossen werden.

Diverse explosionsfähige Stoffe, die vor Ort nicht genauer bestimmt werden konnten, wurden von den Beamten des Landeskriminalamtes sichergestellt. Die übrigen, legal erworbenen Stoffe wurden im Rahmen der Gefahrenabwehr ebenfalls sichergestellt und von einer ortsansässigen Spezialfirma geborgen und sicher verwahrt.

Nach Beendigung aller Maßnahmen konnten die Bewohner gegen 22.15 Uhr in ihre Wohnungen zurückkehren. Weitere Ermittlungen durch die Polizei wird es in den kommenden Tagen geben. Unterstützt wurden die Polizeikräfte durch die Feuerwehren Wolfschlugen und Ostfildern, die mit 37 Einsatzkräften und sieben Fahrzeugen vor Ort waren. Der Rettungsdienst war mit 18 Einsatzkräften und acht Fahrzeugen vor Ort.

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