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„Förster ist ein Beruf mit Zukunft“

Interview mit Cordula Samuleit, Amtsleiterin des Kreisforstamtes Esslingen.

Cordula Samuleit Foto: privat

Frau Samuleit, welchen Schulabschluss benötigt man für den Beruf des Försters und wie lange dauert die Ausbildung?

Dazu wird die Fachhochschulreife mit einem anschließenden Studium – die Regelstudienzeit beträgt 3,5 bis 4 Jahre inklusive Bachelorarbeit– benötigt sowie eine nachfolgende zweijährige Trainee-Zeit. Wird alles erfolgreich absolviert, liegt die Laufbahnberechtigung für den gehobenen technischen Forstdienst vor und damit die Möglichkeit, sich um eine Revierstelle zu bewerben.

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt eines Försters?

Im öffentlichen Dienst werden Revierleitungen aufgrund der vielen hoheitlichen Tätigkeiten im Beamtenstatus besetzt. Das Einstiegsgehalt bemisst sich in der Regel nach der Besoldungsgruppe A10. In größeren Privatwäldern oder eventuell auch bei Kommunen, die eigenes Personal anstellen, wird meist nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt, weil hier die betrieblichen Aspekte überwiegen. Hier ist das vergleichbare Einstiegsgehalt E9. Hoheitlich tätig ist ausschließlich der Landkreis beziehungsweise das Regierungspräsidium.

Wird man nach der Ausbildung gleich Revierleiter?

Nach Abschluss der Ausbildung können sowohl ein Forstrevier übernommen werden als auch andere Funktionen im forstlichen Umfeld. Beispielsweise eine Sachbearbeitungsstelle für Förderberatung, ein Arbeitsplatz im Holzverkauf oder andere hoheitliche Aufgaben. Ein bisschen hängt das auch vom Angebot an Stellen ab, die zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehen.

Früher gab es so gut wie keine Försterinnen. Hat sich dies geändert?

Wie in vielen anderen Berufen auch, die aus ihrer historischen Entwicklung heraus eher männlich dominiert waren, ist auch im Bereich der Forstwirtschaft eine Entwicklung hin zu einem größeren Frauenanteil zu beobachten. Das Forstamt Esslingen ist mit seinen aktuell drei aktiven Forstfrauen von insgesamt 17 forstlichen Beschäftigten allerdings immer noch überdurchschnittlich ausgestattet. Und bei den Auszubildenden zum Forstwirt sind wir stolz darauf, regelmäßig auch junge Frauen in den Ausbildungsstätten in Nürtingen und Esslingen begrüßen zu dürfen.

Ist Förster ein Beruf mit Zukunft?

Aus meiner Sicht – selbstverständlich. Wer, wenn nicht die Förster sollen den Wald in den Zeiten des Klimawandels und der starken Inanspruchnahme durch unterschiedlichste gesellschaftliche Gruppierungen zukunftsweisend gestalten? Nichts zu tun ist keine Alternative angesichts der Abhängigkeit des Menschen von einem funktionierenden Ökosystem Wald. Und die umfassende Ausbildung durch ein Forststudium oder eine Lehre zum Forstwirt ist eine zwingende Voraussetzung für eine vorausschauende und alle Belange berücksichtigende Behandlung des Waldes.

Fragen von Jutta Nitschke

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