Nürtingen

Linken-Kandidat Hüseyin Sahin: Ein Weiter so darf es nicht geben

24.08.2021 05:30, Von Lutz Selle — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bundestagswahl 2021: Der 33-jährige Hüseyin Sahin tritt für Die Linke an. Er setzt sich für „soziale Klimagerechtigkeit“ ein. Menschen mit niedrigen Einkommen sollen gestärkt und „Klimaschädiger“ zur Kasse gebeten werden. Portraits aller weiteren Kandidaten und Schnellchecks finden Sie auf unserer Seite zur Bundestagswahl.

NÜRTINGEN. „Soziale Klimagerechtigkeit ist ein Alleinstellungsmerkmal der Linkspartei“, sagt Hüseyin Sahin (der Nachname wird „Schahin“ ausgesprochen). Menschen mit höheren Einkommen hätten meistens einen größeren CO2-Abdruck. „Sie fliegen öfter und verbrauchen mehr Wohnfläche pro Person. Wer viel CO2 verbraucht, sollte auch einen größeren finanziellen Beitrag leisten.“ Sahin denkt dabei vor allem an die 100 größten Unternehmen des Landes, die allein für 70 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich seien. „Die Konzerne haben den größten Profit und schaden dem Klima am meisten. Wir müssen uns mit den Klimaschädigern anlegen.“ Da die Politik jedoch „leider käuflich geworden“ sei, wollen die Linken generell Parteispenden von Unternehmen verbieten. „Die Maskenaffäre der CDU hat das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik verletzt und damit auch negative Auswirkungen auf die Impfbereitschaft.“ Mit dem Wachsen der Armut in Deutschland steige die Politikverdrossenheit und die Wahlbeteiligung gehe zurück, so Sahin. „Ein Schaden für die Demokratie.“

Hüseyin Sahin ist 33 Jahre alt, wohnt in Dettingen/Teck und ist beruflich bei der Agentur für Arbeit als Arbeitsvermittler tätig. Der Bundestagskandidat der Linken für den Wahlkreis Nürtingen wurde in Ankara in der Türkei geboren und kam als Dreijähriger mit seinen Eltern auf dem Asylweg nach Kirchheim/Teck. Sahin hat Europapolitik und Wirtschaftslehre in Passau und Marburg studiert und dabei Auslandssemester in Chile und Istanbul verbracht. Sein Studium hat er mit einem Master in Europawissenschaften mit Schwerpunkt Politik- und Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen. 2019 war er für ein halbes Jahr Trainee im EU-Parlament in Brüssel bei einem Linken-Abgeordneten.

Im Wahlkampf will sich Sahin in erster Linie auf Wirtschafts- und Finanzpolitik konzentrieren. Nicht zuletzt durch sein abgeschlossenes Studium mit Politik und Wirtschaftswissenschaften kennt er sich in dem Bereich aus und will das in der Öffentlichkeit verbreitetete Vorurteil widerlegen, wonach „die Linke nicht als wirtschaftskompetente Partei“ gelte. Die Linke habe einen anderen Ansatz als die anderen. „Wir wollen einen sozialen Ausgleich.“ Die Corona-Situation habe Menschen mit mittleren und kleinen Einkommen „extrem belastet“, während „andere ihren Reichtum vermehrt haben“. Dies spalte die Gesellschaft noch mehr. Daher spricht sich Sahin für eine Entlastung der Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen aus. Die Steuerfreibeträge müssten erhöht werden. „Das Geld wollen wir bei den Spitzenverdienern wieder reinholen.“ Neben einer einmaligen Vermögensabgabe müsse die Vermögenssteuer wieder eingeführt werden. Zudem fordere seine Partei einen Mindeststundenlohn von 13 Euro.


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