Weihnachtsgrüße

Weiße Sandstrände statt weißer Weihnacht

24.12.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nora Allgaier schickt sonnige Weihnachtsgrüße aus Sansibar

Nora Allgaier erkundet in ihrer Freizeit gerade Sansibar. Unter der Woche arbeitet sie entweder in einem Kindergarten oder im Waisenhaus.

Seit Oktober heißt es für mich nicht mehr „Hallo“, sondern „Jambo“! Denn nach dem Abi führte mich meine Reiselust nach Sansibar, einer absolut paradiesischen Insel im Indischen Ozean.

Hier lebe ich mit elf weiteren Freiwilligen in einem besseren Vorort von Stone Town/Zanzibar Town namens Chukwani. Besonders zu Beginn war das gemeinschaftliche Leben sehr wichtig für uns alle, denn obwohl sich jeder darauf einstellte, auf eine völlig fremde Kultur zu treffen, ist es von Deutschland aus unvorstellbar, wie hier tatsächlich gelebt wird.

So sind beispielsweise nur ganz wenige Straßen geteert, der Großteil sind Wege aus Sand und Steinen, die bei Regen zu riesigen Schlammlöchern werden. Überall liegt Müll, zwar gibt es eine sogenannte Müllabfuhr – einen Ochsenkarren –, doch diese verbrennt den Müll teilweise noch vor Ort – wegen des geringeren Aufwands. „Pole Pole“, auf Deutsch „langsam langsam“, ist die wohl meistgesagte Phrase, denn alles dauert hier besonders lange. Egal ob im Restaurant vom Kellner oder im Krankenhaus vom Arzt, „Pole Pole“ hört man überall.

Doch durch diese entspannte und fast immer freundliche Art der Sansibari konnte ich mich hier recht schnell wohlfühlen und einleben. Nicht zu vergessen ist die traumhafte Landschaft, die unendlich langen weißen Sandstrände, das türkisfarbene Meer und die tropischen Wälder im Landesinneren. Ich erkunde jedoch nicht nur die Insel, sondern unter der Woche arbeite ich entweder in einem Kindergarten oder im Waisenhaus. Dort besteht meine Aufgabe darin, die Kinder zu unterhalten und mit ihnen zu spielen. Die Arbeit macht unheimlich viel Spaß und die Kinder wachsen mir sehr ans Herz. Gerade deswegen ist es für uns Freiwillige schwer zu sehen, dass wir auf lange Sicht das Leben der Kinder nicht verbessern können. Das Hauptproblem ist das schlechte öffentliche Schulsystem. So können lediglich reiche Familien ihren Kindern eine bessere Zukunft bieten, indem sie sie in Privatschulen unterrichten lassen. Doch trotz des unterschiedlichen Lebens kann man sich, wenn man sich darauf einlässt, hier richtig wohlfühlen. Weihnachtsstimmung kommt jedoch leider, bei 30 Grad, nicht auf. Obwohl das ein oder andere Paket aus der Heimat hier im Haus eintrifft und Lebkuchen oder Ähnliches enthält.

Den Heiligen Abend wollen wir gemeinsam bei uns im Haus feiern und etwas Deutsches kochen. Zu Weihnachten sind wir alle im Waisenhaus zum Feiern eingeladen. Ich kann also voller Vorfreude ein Weihnachten erwarten, das sich von den bisherigen völlig unterscheidet.

Fröhliche Weihnachten und einen guten Start in ein glückliches, gesundes Jahr 2017 wünsche ich besonders meiner Familie, meinen Freunden und natürlich allen Bekannten.

 

Eure

Nora Allgaier

Weihnachtsgrüße aus aller Welt