Weihnachtsgrüße

Mit Jeep „Eddy“ das verbrannte Land erobern

24.12.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Andrej Plantikow verbringt Weihnachten mit Freunden aus aller Welt in Australien

Andrej Plantikow hat in Australien noch kein Heimweh, dafür gefällt es ihm zu gut.

Viele Menschen reizt der Traum von immerwährender Wärme und gutem Wetter. Diesen Traum wollte ich mir auch einmal im Leben erfüllen und dazu bot sich im Sommer 2016 eine perfekte Gelegenheit. Gerade erst von dem Heuschnupfen des Frühlings erholt wollte ich natürlich auch die pollenreiche Jahreszeit in Down Under nicht missen. Spontan kam die Anfrage meiner guten Freundin Josephine: „Andi, hast du Lust auf eine Reise ins warme Australien?” Zwei Wochen später wurde gebucht und einige Wochen danach stand schon unser letzter Abend an.

Nach schönen Verabschiedungen und Versprechungen, einige Kängurus auf dem Rückweg durch den Zoll zu schmuggeln, stehen wir nun vor dem Flieger und es wird uns langsam klar: „Verdammt noch mal, es geht jetzt wirklich los!”

Wir fliegen über Abu Dhabi und landen insgesamt 20 Stunden später für unseren ersten Halt in Perth, Westaustralien. Anders als erhofft spielt das Wetter nicht mit: Nachts zeigt das Thermometer Minuswerte, tagsüber sind die Spitzenwerte um die 15 Grad, also bestes Badewetter.

Um der Kälte zu entfliehen beschließen wir, uns mit zwei weiteren Backpackern ein Auto zu kaufen. Nach kurzem Sightseeing beginnt mit unserem Jeep „Eddy“ die Tour durch das verbrannte Land.

Entlang an schönen Klippen und Stränden, verbrannten Wäldern und Buschfeuern, durch Sanddünen und kleine malerische Dörfer führt uns die Straße langsam in Richtung Süden und unserem Ziel Adelaide entgegen.

Unterwegs schlafen wir in Zelten oder an besonders kalten Tagen im Auto. Man vermisst nur selten sein warmes Bett in Deutschland, da hier einfach zu viele schöne Dinge darauf warten erkundet zu werden. In der Folge besteigen wir einen 200 Fuß hohen Baum, schwimmen mit Walen, meistern spektakuläre Allrad-Strecken und genießen den besonderen Sternenhimmel weitab von störendem Licht. Nach einem kurzen Aufenthalt und zwei Wochen Arbeit auf einer Farm zieht es uns weiter und schon kurz darauf bekommen wir Zuwachs in der Gruppe und fahren fortan mit zwei Jeeps durch die Ebenen Westaustraliens.

Dies kommt uns schon einige Tage später zugute, denn unser „Eddy” hat sich in einer zu engen Kurve aufs Dach gelegt und weigert sich nun weiterzufahren. Zum Glück bleiben alle unverletzt und doch ist es ein besonderes Bild, welches mir wohl ein Leben lang im Kopf bleiben wird, als unser geliebtes Auto plötzlich vor mir aus der Kurve geschleudert wird und wir im anderen Auto nur noch losrennen und die anderen versuchen rauszuziehen. Nach diesem Schockmoment brauchen wir erst mal eine Pause und verweilen auf einem Platz in der Nähe, bis alle Dinge geklärt sind. Die Stimmung lockert sich von Tag zu Tag, als wir – nun zu fünft im Auto – wieder loskommen und die letzten Tage unseres kleinen Roadtrips bei sommerlichen 40 Grad im Schatten genießen.

In Adelaide angekommen teilen wir uns nun auf und ich für meinen Teil bleibe noch einige Zeit in Adelaide, um mit meinen neuen Freunden hier Weihnachten und Silvester zu verbringen und einen guten Job zu bekommen.

Nun hört man ja oft vom berühmt-berüchtigten Heimweh, welches gerade um die Weihnachtszeit hier in den Hostels oft anzutreffen ist, uns aber persönlich noch nicht angesteckt hat. Es war für uns bisher noch kein großes Thema, da durch Skype, Facebook und Whats App ja genug Kommunikationsmittel in die Heimat vorhanden sind. Wir genießen einfach die Zeit unter gleichgesinnten Freunden in der Weihnachtszeit und um Silvester.

Liebe Grüße an meine Familie und Freunde und eine besinnliche Weihnachtszeit allen Nürtingern.

 

Andrej Plantikow

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