Weihnachtsgrüße

Lichtershows in den Vorgärten

23.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ennio-Loris Meyer sieht in New Jersey die Stereotypen der USA erfüllt – Auch in Sachen Weihnachtsdekoration

Den ersten Schnee gab es inzwischen bei Ennio-Loris Meyer in New Jersey.

Hat man mich zu Beginn meines Praktikums vor vier Monaten gefragt, wo ich mich in den USA befinde, hatte ich zwei Antworten. Erstens: „Montvale im Norden von New Jersey“. Als Reaktion darauf blickte ich meistens in fragende Gesichter und ehrlicherweise konnte ich vor einem halben Jahr mit dem Staat bis auf Bon Jovi und Bruce Springsteen nicht viel assoziieren. Also muss eine andere Beschreibung her: „Direkt neben New York City, auf der anderen Uferseite des Hudson River“. Klingt besser, oder? Eingemietet habe ich mich bei einer dreiköpfigen Familie, die mich sehr herzlich aufgenommen hat und mich inzwischen wie ein Familienmitglied behandelt. Das bringt das volle Paket an amerikanischem Lebensstil mit sich: Feiern von Festen wie Labor Day, Halloween und Thanksgiving, der alltägliche Wahnsinn mit meiner neuen pubertären Sis’ und im TV läuft zu jeder Gelegenheit ein Football-, Baseball- oder Basketball-Spiel.

Den ersten Schnee gab es inzwischen bei Ennio-Loris Meyer in New Jersey.

Das alles natürlich in einem typischen Einfamilienhaus in suburbaner Lage mit top gepflegtem Vorgarten und zwei Familienhunden. Einer davon kam übrigens fast zur selben Zeit an wie ich: Er wurde nämlich aus Dallas (Texas) adoptiert, nachdem Hurrikan Harvey dort für Überschwemmungen sorgte. Neben dieser Familie hat mich Mercedes-Benz USA auch sehr gut aufgenommen und der Abschied von den Kollegen wird mir sicherlich nicht leicht fallen. Was mir besonders an meiner temporären Heimat gefällt, ist die Abwechslung zwischen Großstadt und Natur. Der Times Square ist eine 40-minütige Busfahrt entfernt, die Skyline ist jedes Mal aufs Neue atemberaubend und das amerikanische Bier schmeckt auf einem der vielen Rooftop-Bars gleich viel besser. Auch andere Großstädte wie Boston, Philadelphia, Washington DC und Atlantic City sind nur wenige Stunden Fahrt entfernt. Auf der anderen Seite bietet New Jersey trotz hoher Bevölkerungsdichte eine Menge Nationalparks, die zum Wandern einladen, Rehe, die plötzlich im Garten stehen, und das malerische Hudson-River-Tal. Braucht man noch mehr Kontrastprogramm, ist der Jersey Shore auch nur eine Stunde Fahrt entfernt. Der 230 Kilometer lange Sandstrand entlang der Ostküste war bis Mitte Oktober immer einen Badeausflug wert und es geht nichts über einen Abendspaziergang entlang der Promenade – natürlich ausgestattet mit Pizza oder Hotdog. Nicht nur kulinarisch erfüllen die USA ihre Stereotypen. Alles ist größer, egal ob Strände, Achterbahnen, Autos und – nicht zu übersehen – die Weihnachtsdekoration. Fast jedes Haus ist festlich geschmückt und die Lichtershows der Vorgärten konkurrieren miteinander. Den ersten Schnee gab es jetzt auch und somit steht dem Weihnachtsfest nichts mehr im Wege. Trotz all der neuen, aufregenden Eindrücke vermisse ich natürlich meine Familie und Freunde „dahoim“, aber Skype & Co. lassen die Erfahrungen ja sehr gut miteinander teilen. Außerdem wurde ich bereits von meinen Eltern mit einem Snack-Paket ausgestattet, um auch auf der anderen Seite des großen Teichs ein wenig deutsche Weihnachtsstimmung zu verbreiten. Somit wünsche ich allen im Neuffener Tal und in der Umgebung ein besinnliches Fest. Wir sehen uns nächstes Jahr!

 

Ennio-Loris Meyer

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