Weihnachtsgrüße

Beim Reisen und Arbeiten lernen die Freunde Australien kennen

24.12.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Manuel Ruoff, Mathieu Delpy, Patrick Woletz und Philipp Henzler schicken Weihnachtsgrüße von der anderen Seite der Welt

Am Nikolaustag war Manuel Ruoff (Zweiter von rechts) zusammen mit seinen Freunden tauchen am Great Barrier Reef. Auf dem Bild sind Alena Pfitzenmaier, Benjamin Ruoff (Manuels Bruder), Mathieu Delpy, Jade, Philipp Henzler, Manuel Ruoff und Chris.

Meine Reise in Richtung Down Under begann im Januar 2015 zusammen mit drei Freunden. Als Mathieu Delpy, Patrick Woletz, Philipp Henzler und ich Deutschland vom Frankfurter Flughafen aus verließen, ging es erst mal nach Bangkok. Von dort aus reisten wir Richtung Süden durch Thailand und Malaysia, bis wir dann nach vier Wochen in Singapur waren, um von dort aus nach Perth, der Hauptstadt von Western Australia, dem größtem Staat auf dem fünften Kontinent zu fliegen.

Nun war es so weit. Der Traum von Australien geht in Erfüllung. Ein Jahr „Work and Holiday“ in Australien beginnt. Nachdem wir all das Bürokratische erledigt hatten und angekommen waren, blieben Phil und ich in Perth. Math arbeitete auf einer Getreide-Farm, Paddi flog nach Cairns, um von dort aus auf einem Schiff als Prawns Traveller zu arbeiten. Phil und ich blieben drei Monate, bis es dann losging für uns mit dem Roadtrip.

Mit dem „Magic Bus“ erkundeten wir mit 25 anderen Backpackern die Schönheiten der Westküste Australiens. Wir schliefen die meiste Zeit im Zelt auf freien Campingplätzen und es dauerte rund drei Wochen, um die 4000 Kilometer bis nach Broome zu fahren. In diesen Wochen haben wir viel erlebt: Sandboarden, Schnorcheln am Ningaloo Reef, Schwimmen mit einem Walhai, einen Strand, der nur aus Muscheln besteht (Shellbeach) sowie den Schluchten von Kallbari und Karinjini.

In Broome angekommen wurde erstmal das tropische Wetter und die Strände genossen. Nachdem wir gemerkt haben, wie viel Spaß wir auf dem Roadtrip hatten, haben wir uns zusammengetan und ein Auto gekauft, mit dem wir zusammen reisen wollten. Darwin war das Ziel, die Hauptstadt des Outback Staates Northern Territory. Los ging es für uns auf der „Gibb River Road“. Auf der Straße, die nur in der Trockenzeit und für Geländewagen geöffnet ist, sind wir die gut 600 Kilometer durch die Kimberleys, eine Region mit vielen Schluchten, Höhlen und Wasserfällen gefahren. Zelten war wieder angesagt, und auch das Genießen der Schönheiten der Natur. Nur ein, zwei Tankstellen gibt es auf dem Weg. Unterwegs entschieden wir uns, einen Umweg in Kauf zu nehmen und zuvor noch nach Alice Springs in die Mitte Australiens zu fahren. Auf dem Weg dorthin stoppten wir bei den Bungle Bungle Ranches im Punululu-Nationalpark und bei Wolf Creek, dem zweitgrößten Meteoritenkrater der Welt, fuhren wir 1000 Kilometer durch die Wüste in das Northern Territory. In Alice Springs angekommen erkundeten wir den gut 400 Kilometer entfernten Ayers Rock, die Olgas und den Kings Canyon.

Anschließend ging es in Richtung Darwin, wo wir auf Patrick und Mathieu trafen. Nach ein paar Wochen zusammen ging es für mich auf eine Rinderfarm mitten im Outback: 300 Kilometer von der nächsten Stadt (Katherine), kein Handy-Empfang, nur kilometerlange Felder und Zäune und acht- bis neuntausend Rinder. Ich machte super Erfahrungen dort und die Arbeit war abenteuerlich.

Nach fünf Wochen fuhr ich zurück nach Katherine. Dann habe ich meine Erfahrungen mit Fruitpicking gemacht: Die Mangos hatten es mir angetan. Nachdem es aber nicht so lohnenswert war wie erhofft, habe ich angefangen für einen Flaschner hier in Katherine zu arbeiten. Wir fuhren nahezu jede Woche für ein paar Tage in den Busch, in die abgelegenen Communitys, wo die Fahrt gerne mal 300 bis 600 Kilometer beträgt. Sehr interessant ist es zu sehen, wie die Menschen dort leben.

Unterwegs sieht man die verschiedensten wilden Tiere: Wallabis, Kängurus, wilde Pferde, wilde Rinder, wilde Kamele und Buffalos. Auch durch Flüsse muss man fahren, um an diese Orte zu kommen. Seit Anfang Dezember heißt es für mich wieder „Urlaub!“: Ich traf mich mit meinem Bruder Benjamin und seiner Freundin Alena Pfitzenmaier in Cairns und wir fahren zusammen die Ostküste runter. Am Nikolaustag waren wir alle zusammen tauchen am Great Barrier Reef. Silvester werden wir in Sydney sein.

Weihnachten verbringen wir am Strand mit einem Barbecue, typisch australisch. Kaum vorstellbar, dass es Weihnachten ist, wenn man den ganzen Tag nur in Badehose und FlipFlops rumläuft und Temperaturen über 30 Grad hat. Weihnachtsmänner sieht man schon seit Mitte November, auch Adventskalender kann man seitdem kaufen und beleuchtete Weihnachtsbäume sieht man in den großen Städten. Der Schnee fehlt mir schon ein wenig, da ich normalerweise um diese Jahreszeit immer Snowboardfahren bin. Aber ich genieße es, hier in der Wärme zu sein und Weihnachten auf der anderen Seite der Welt zu verbringen mit Sonne und Meer.

Wir wünschen unseren Familie, Freunden, vor allem der Aral-Gang, unseren ehemaligen Arbeitskollegen und allen, die wir sonst noch kennen, ein wunderschönes Weihnachtsfest. Wir sehen uns wahrscheinlich im kommenden Jahr wieder.

 

Manuel Ruoff, Mathieu Delpy, Patrick Woletz und Philipp Henzler

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