Leserbriefe

Fleischkonsum vernichtet Regenwald

22.12.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Udomar Rall, Nürtingen. Zum Artikel „Soja – Wundermittel oder gefährliche Bohne?“ vom 9. Dezember. Der Artikel erweckt einen völlig falschen Eindruck beim Leser, so als sei der Verzehr von Sojaerzeugnissen durch Menschen schuld an der Zerstörung des Regenwaldes. Das ist grundsätzlich falsch. Erst in den Randinfos kommt sehr spärlich der Hinweis, dass 80 Prozent der weltweiten Sojaproduktion an Tiere verfüttert wird. Weitere Mengen werden unmittelbar für verschiedene Industriezweige verwendet, zum Beispiel für „Bio“-Diesel. Für die Ernährung der Menschen mit pflanzlichen Lebensmitteln einschließlich Soja müsste kein einziger Quadratmeter Regenwald vernichtet werden.

Es ist hauptsächlich die Rücksichtslosigkeit, möglichst viel und möglichst billig Fleisch zu konsumieren, welche die Probleme verursacht. Dazu kommen der Unsinn mit dem Biosprit und die Nachfrage einer umsatzgierigen Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie. So verlangt zum Beispiel die Lebensmittelindustrie von den Bauern eine Milch, deren Eiweißgehalt unnatürlich hochgeschraubt ist, sodass die Landwirte die Werte in der Regel nur unter massivem Einsatz von Importsoja, gleich Gensoja, als Futter erreichen können. Die Agrarkonzerne kommen ihrem Ziel, die Landwirtschaft vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen, immer näher durch Mithilfe von Politikern und Industrie.

Die Rodung der Regenwälder ist nicht die einzige katastrophale Folge des hemmungslosen Fleisch- und Milchkonsums. Einen großen Teil der Klimaschäden verursacht die Tierhaltung durch Methangase und Energieeinsatz für Erzeugung und Transport von Futtermitteln. Dazu kommen die Verseuchung der Böden durch Monokulturen mit Giften und unkalkulierbare Risiken mit der Gentechnik, die erst durch den exzessiven Anbau von Futtermitteln ihren Auftrieb erhielt. Was noch schlimmer ist: Mitten unter uns in Europa herrscht das tägliche Grauen in der Massentierhaltung, ein Verbrechen gewaltigen Ausmaßes, das von den Verbrauchern verdrängt wird. Kindern dürfen die schrecklichen Bilder gar nicht gezeigt werden, damit sie keinen Schock bekommen, diese Bilder der Konzentrationslager von heute. Wegschauen ist das Motto. Besonders in der Weihnachtszeit. Das blutigste Fest des Jahres steht wieder vor der Türe.

Leserbriefe

Friedens-Nobelpreis gegen Atombomben

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Der Appell“ vom 7. Oktober. Es kommt selten vor, dass ein Kommentar von Wolfgang Molitor in der Nürtinger Zeitung Zustimmung finden kann, aber diesmal hat er mit Recht den Friedensnobelpreis gelobt, den die „Internationale Kampagne zur Abschaffung von…

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