Weihnachtsgrüße

Der „Jultomte“ bringt die Geschenke

24.12.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ellen Weiler verbringt die Vorweihnachtszeit in Schweden – Über die Feiertage ist die Studentin zu Hause

Für Ellen Weiler ist es eine ganz neue Erfahrung, die vorweihnachtliche Stimmung und das Lucia-Fest in Schweden zu erleben.

Dieses Jahr erlebe ich zum allerersten Mal die Vorweihnachtszeit in einem anderen Land mit. Als Austauschstudentin der HfWU Nürtingen hat es mich nach Växjö in Småland, Südschweden, verschlagen. Seit November laufen im Radio Weihnachtslieder rauf und runter. Manche Lieder erkennt man, wie zum Beispiel „Last Christmas“ von Wham, andere sind einem völlig fremd.

In den Supermarkt-Regalen finden sich seit Anfang Oktober Pfefferkuchen, Deko-Sterne, Glögg, die schwedische Variante von Glühwein, Julmust, eine weihnachtlich gewürzte Variante von Cola, und viele andere Weihnachtsartikel. Dass es in Schweden generell kälter als in Deutschland ist, ist bekannt. Dennoch ist gerade hier in Südschweden ein weißes Weihnachten nicht garantiert. Denn eine dicke Schneedecke und Temperaturen weit unter null Grad kann man hier meist erst Anfang Januar erwarten.

Die Schweden feiern kein Nikolausfest. Stattdessen wird am 13. Dezember Santa Lucia gefeiert – sowohl in Kirchen als auch in Schulen, Universitäten, am Arbeitsplatz oder im Kreise der Familie. Die schwedischen Kinder tragen hierfür weiße Gewänder, die alten Nachthemden nachempfunden sind. Die Mädchen tragen zusätzlich eine rote Schleife um die Taille und halten meist eine brennende Kerze in der Hand. Eines der Mädchen spielt die Lucia. Sie trägt zusätzlich noch einen Kranz brennender Kerzen auf dem Kopf. Die Jungen verkleiden sich als Sternenknaben, Pfefferkuchenmänner und Wichtel. Es werden viele Lieder gesungen und Weihnachtsgebäck wird verzehrt. Das Luciafest soll die Dunkelheit vertreiben und hat in Schweden eine lange Tradition.

Weihnachten wird in Schweden, wie auch in Deutschland, am 24. Dezember gefeiert. Zur Freude vieler Kinder findet die Bescherung hier aber teilweise bereits nachmittags statt. Die Geschenke bringt der Sage nach der sogenannte „Jultomte“, ein kleiner Weihnachtszwerg. Dieser legt die Geschenke unter den Weihnachtsbaum, der in fast allen schwedischen Haushalten zu finden ist.

So wie es in Deutschland beliebt ist, an Silvester „Dinner for one“ zu schauen, wird in Schweden an Weihnachten gemeinsam mit der Familie „Kalle Anka“, zu Deutsch „Donald Duck“, geschaut.

Für das Weihnachtsessen gibt es keine spezielle Weihnachtsspeise, die zubereitet wird. Stattdessen gibt es eine Art Buffet, „Julbord“ genannt, auf dem viele verschiedene Speisen, wie zum Beispiel Käse, Schinken, Kartoffeln, Köttbullar und Fisch, zu finden sind, die ebenso zu Ostern und Mittsommer verzehrt werden.

Da an der Universität in Växjö viele verschiedene Nationalitäten zusammentreffen, bietet sich die Möglichkeit, neben der schwedischen auch die Weihnachtstraditionen und -bräuche vieler anderer Kulturen kennenzulernen. Für mich ist es eine ganz neue Erfahrung, die vorweihnachtliche Stimmung und das Lucia-Fest in Schweden zu erleben.

Über die Weihnachtsfeiertage werde ich allerdings nach Deutschland fahren. Denn wie in Schweden auch, ist Weihnachten ein Fest, das meist im Kreise der Familie zelebriert wird. Neben all den wunderbaren Eindrücken, die ich hier sammle, freue ich mich, meine Familie wiederzusehen – wenn auch nur für eine kurze Zeit.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest und hoffe, dass ich ihnen einen kleinen Einblick in die schwedischen Weihnachtstraditionen gewähren konnte.

In diesem Sinne „God jul“, „Frohe Weihnachten“

 

Ellen Weiler

Weihnachtsgrüße aus aller Welt